Hamburger Baustelle nervt Anwohner

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Der Schulbau in der Reismühle: Manche finden die moderne Fassade schick, andere nicht Fotos:mb

Reismühle: Parkverbot, Gehwegschäden – und Lärm auch am Wochenende

Hamburg. Eine zentrale, aber dennoch ruhig gelegene Straße im östlichen Hohenfelde: das war die Reismühle bislang. Doch mit der Ruhe ist es seit geraumer Zeit vorbei: Seit April letzten Jahres sorgt der Neubau der staatlichen Gewerbeschule für Gastronomie und Ernährung für Unmut bei den Anwohnern. Nicht nur über die ständige Lärmbelästigung von der Großbaustelle, auf der häufig auch am Sonnabend gearbeitet wird, ärgern sich die Anwohner.

„Seit der Neubau direkt gegenüber meiner Wohnung hochgezogen wurde,
habe ich keine Sonne mehr im Schlafzimmer.“ Renate G.


Bei einigen, auf der anderen Straßenseite beheimateten Mietern sorgt die hochgeschossige Schule für eine weitere Problematik: „Seit der Neubau direkt gegenüber meiner Wohnung hochgezogen wurde, habe ich keine Sonne mehr im Schlafzimmer“, empört sich Renate G.. Statt dessen blickt die Rentnerin, die bereits seit 44 Jahren in der Straße wohnt, auf den kompakten Bau.

Weniger Parkplätze

Dieser mute in grau-rot zwar modern an, passe aber so gar nicht in die Straße mit den ansonsten meist roten Klinker- und Backsteinhäusern, so die Seniorin. Zumal sich vorher auf der Fläche alter Baumbestand und ein begrünter Parkplatz befanden.
So stellt dann auch die Parksituation eine weitere Problematik dar: In der Einbahnstraße wurde schon zu Beginn der Bauarbeiten werktags von 7 bis 17 Uhr ein beidseitiges Parkverbot eingerichtet – ein Ärgernis angesichts der sowieso angespannten Parksituation in der Gegend rund um das Marienkrankenhaus.
Doch warum wurde ein Neubau überhaupt nötig? Der Träger, der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen der Finanzbehörde gibt vor allem die begrenzten Raumkapazitäten der bisherigen Gebäude als Grund an. Die beiden bestehenden Bauten sollen  grundsaniert und an „die Anforderungen des modernen Unterrichts“ angepasst werden.
Im Neubau dürfen sich die Berufsschüler über eine Lehr- und Showküche mit Restaurant sowie über eine Mediathek freuen – ein schwacher Trost für die Anwohner, die neben dem sehr präsenten Neubau auch auf von Baustellenfahrzeugen ramponierte Gehwege und Bordsteinkanten blicken.
Hier wird allerdings laut Bezirksamt Nord Abhilfe geschaffen: Neben einer Begrünung der Außenanlagen soll gegebenenfalls auch die Beseitigung von Gehwegschäden veranlasst werden. Ende Juni soll die Schule fertig sein.

Diebe auf der Baustelle

Auf der Großbaustelle gab es bereits Probleme - allerdings ungeahnter Art: Ende Mai hatten Diebe dort laut Polizeikommissariat 31 insgesamt 93 Baustahlmatten mit einem Gesamtgewicht von rund sieben Tonnen entwendet. Zum Aufladen der Stahlmatten auf ein Verladefahrzeug wurde der baustelleneigene Kran genutzt. (mb)
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