Hamburger Bezirksamt zu verkaufen

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Mit dieser Anzeige im Hamburger Abendblatt eröffnet der Senat das Bieterverfahren für das Grundstück Klosterwall

Häuser am Klosterwall ausgeschrieben. Bieterfrist bis Februar

Hamburg. Der Senat macht Nägel mit Köpfen: Am vergangenen Wochenende wurde das Grundstück Klosterwall 2 bis 8 zum Verkauf ausgeschrieben. Es handelt sich um die so genannten „City-Hochhäuser“ - die vier Hochhäuser, in denen seit 1957 das Bezirksamt Hamburg-Mitte untergebracht ist.
Wie berichtet, gelten die Nachkriegsbauten als sanierungsbedürftig. Umzugspläne Richtung Hafencity wurden allerdings aus Kostengründen verworfen. Zuletzt hatte Bezirksamtsleiter Andy Grote Pläne für einen Neubau am Schultzweg zwischen Hühnerposten und Amsinckstraße präsentiert. Dann war Ende Juli ein spektakulärer Immobilien-Deal bekannt geworden: Die Stadt kauft in der Caffamacherreihe ein Gebäude von der Axel Springer SE, dem Medienhaus, zu dem bis vor kurzem auch das Hamburger Wochenblatt gehörte. Im Jahr 2017 sollen die etwa 1000 Mitarbeiter des Bezirksamtes in das Haus, das Anfang der 90er- Jahre fertiggestellt worden war, einziehen.
Über den Umgang mit den vier Beton-Hochhäusern wird politisch weiter gerungen. Während die Kulturbehörde den Nachkriegsbau wegen seiner zeittypischen Architektur unter Denkmalschutz gestellt hatte, war Amtsleiter Grote schon frühzeitig für einen Abriss eingetreten - gegen die Meinung etlicher Bezirkspolitiker und Bau-Experten.
Offenbar darum lässt der Senat in der aktuellen Ausschreibung ein Hintertürchen offen. „Den Bewerbern ist es freigestellt, ein Gebot abzugeben, welches eine Bestandssanierung unter Berücksichtigung oder eine Neubebauung“ des zirka 7024 Quadratmeter großen Filet-Grundstücks vorsehe, heißt es im Ausschreibungstext. Damit wird sowohl die Abrissgenehmigung offeriert als auch die Verantwortung in puncto Denkmalschutz auf den Investor übertragen.
Die Stadt Hamburg als Eigentümerin hat eine bestimte Summe als Mindestgebot festgesetzt. Details dazu und auch zur Ausschreibung wollte Daniel Stricker als Sprecher der federführenden Finanzbehörde nicht nennen. Experten schätzen, dass Hamburg als Erlös mindestens die Summe anstrebt, die die Stadt in den Kauf des Springer-Hauses investieren muss. Dessen Wert war kürzlich auf rund 150 Millionen Euro geschätzt worden. (wb)
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