Hamburgs Dieselpest lauert im Hafen

Anzeige
Ultrafeine Partikel und Stickoxid-Emissionen im Hafen: Der Hauptanteil stammt von Kreuzfahrtschiffen. Foto: Haas
Hamburg: Hafencity |

Schiffe emittieren deutlich mehr Stickoxide als alle Kfz der Hansestadt. Die Politik sei „auf dem maritimen Auge blind“, kritisiert der Nabu Hamburg

Hamburg-HafenCity Stickoxide aus Diesel-Pkw sind aktuell in aller Munde. Wegen zunehmender Mengen von Stickstoffdioxid forderte der BUND in der Vergangenheit schon mal Fahrverbote. Indessen verweist der Nabu Hamburg darauf, dass Diesel-Emissionen von Schiffen und deren Gesundheitsrisiken dagegen immer noch ignoriert würden. Politik und Verwaltung seien „auf dem maritimen Auge blind“.

Bisher keine Regulierung für Schiffe

Die Belastung mit Ultrafeinstaub sei rund um den Hafen deutlich höher als etwa am Stuttgarter Neckartor. „Schiffe sind die auch größte Stickoxidquelle in Hamburg.“ betont Malte Siegert, Umweltpolitik-Referent beim Nabu Hamburg. Das zeige der Anfang Juli in Kraft getretene Luftreinhalteplan der Hansestadt: Satte 39 Prozent der Stickoxidemissionen stammen hier von Schiffen, 29 Prozent aus dem Kfz-Verkehr. In Quartieren wie etwa der Hafencity hätten Stickoxidemissionen von Schiffen sogar einen Anteil von etwa 80 Prozent. „Darin besteht der eigentliche Skandal in Hamburg: Die öffentliche Aufmerksamkeit wird ausschließlich auf Autos gelenkt“, so Siegert weiter. Kfz-Emissionen hätten zwar einen hohen Anteil an der lokalen Luftbelastung. Doch für Stickoxidemissionen von Schiffen gebe es bislang gar keine Regulierungen. „Allein ein Kreuzfahrtschiff pustet genauso viel Abgase in die Luft wie rund die Hälfte aller Hamburger Autos“, kalkuliert Malte Siegert.

XXL-Schiffsdiesel sind „atemberaubend“

Neben Stickoxiden entstehen krebserregende ultrafeine Partikel bei der Verbrennung von Diesel. Jüngste Messungen des NABU Hamburg in Privatwohnungen in Hafennähe ergaben alarmierende Ergebnisse. „70.000 der gefährlichen Partikel pro Kubikzentimeter sind im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend“, so der Umweltaktivist, der endlich klare Vorgaben fordert: für Ozeanriesen ebenso wie für Schlepper, Fahrgastschiffe, Behördenschiffe und Fähren im Hamburger Hafen.

Weitere Infos: Mir stinkt's-Kampagne des Nabu Hamburg
Anzeige
Anzeige
6 Kommentare
485
Rainer Stelling aus St. Georg | 16.08.2017 | 11:31  
485
Rainer Stelling aus St. Georg | 16.08.2017 | 11:36  
1.360
Elke Noack aus Rahlstedt | 16.08.2017 | 18:37  
214
Kurt Hoffmann aus Hamm | 17.08.2017 | 10:45  
1.360
Elke Noack aus Rahlstedt | 17.08.2017 | 10:58  
485
Rainer Stelling aus St. Georg | 17.08.2017 | 14:26  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige