Hamburgs schönstes Örtchen

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Auch im Männer- bereich glänzt ein Hamburger Hafen-Panorama Foto: sos

Die neue Unisex-Toilettenanlage am Hafen im Wochenblatt-Test

Von Sonja Schmidt
Neustadt Reinhuschen, Geschäft erledigen und schnell wieder weg. Öffentliche Toiletten haben einen miesen Ruf, wirklich lange bleiben will meist niemand. Bei der neuen Toilettenanlage unterhalb der Hafenpromenade an der Straße Vorsetzen sieht‘s anders aus. Das stille Örtchen ist mit der neuesten Technik ausgestattet und eine öffentliche Unisex-Toilette.

Besucher atmen auf, wenn sie den großen hellen Eingangsbereich betreten. Es riecht nach fruchtigem Putzmittel, die edlen PVC-Böden und Glaskeramik-Wände glänzen in einem blitzsauberen Blau-Weiß. „Hallo und willkommen“, begrüßt mich Caroline Ferreira. Die gebürtige Portugiesin kontrolliert und reinigt das Luxus-Häuschen während der Öffnungszeiten von 10 bis 22 Uhr. „Ist schön hier, oder?“, fragt sie und klappt stolz das goldfarbene Gästebuch auf dem Tresen auf, während ein Flatscreen-TV hinter ihr den Verlauf der rund eine Millionen Euro teuren Bauarbeiten im Zeitraffer zeigt. „Sehr tolle Anlage“, schreiben Heike und Nathalie, „Sehr sauberes WC“ lobt Andrea.

Das will ich mir genau ansehen, werfe eine 50-Cent-Münze in den Kassenautomat und betrete den Unisex-Bereich durch sensorgesteuerte Gleittüren. Unisex deshalb, weil hier neun WC-Kabinen für Männer und Frauen untergebracht sind.
Der Gang zu einem Deluxe-WC meiner Wahl fühlt sich an wie ein Strand-spaziergang. Vorbei an weißen, wellengeformten Wänden schiebt sich auf einem Hochglanz-Bild ein Schiff im Sonnenuntergang an mir vorbei. Jetzt fehlt nur noch das Meeresrauschen. Stattdessen betätige ich die Spülung – und zwar völlig berührungslos. Ein kleinen Wink in Richtung sensorgesteuertes Knöpfchen genügt. Zweiter Pluspunkt: eine Gepäckablage über dem Klositz, die für kleine Menschen allerdings eine akrobatische Herausforderung darstellt. Die Armaturen im Waschbereich liegen indes ideal auf Hüfthöhe und die breite Spiegelfront ist ebenfalls ein Hingucker – mit integrierten Bildschirmen. Zudem sind Steckdosen und USB-Anschlüsse angebracht um das Handy aufzuladen. Papiertücher? Fehlanzeige. Es gibt nur einen kleinen Handfön, der mir durch sein Mini-Gebläse zaghaft die gröbsten Tropfen von der Haut pustet. Den Rest reibe ich an meiner Hose ab – nicht schön.

Bevor ich gehen will, weist mich Caroline Ferreira noch auf die behindertengerechte Dusche hin. Lobenswert: Auch Väter können hier den Wickeltisch benutzen.
Fazit: Das Edel-WC ist schick, modern und supersauber. Nicht weit entfernt nutzen bereits rund 285.000 Besucher jährlich die Sanitäranlage an Brücke 4 der Landungsbrücken. Das neue Hightech-Klohäuschen wird für Entlastung sorgen – und ist garantiert kein Griff ins Klo.
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