Helfen im Menschenrecht

Anzeige
Terdjan Demirova mit ihren Kindern Alpaj und Medina. Die kleine Familie lebte, betreut von Dietlind Jochims, zeitweilig im Kirchenasyl in der Billstedter Jubilate Kirche Foto: privat

Pastorin wird Flüchtlingsbeauftragte der Nordkirche und will Hoffnung geben

Von Christa Möller
Hamburg. Seit dem 1. August ist Dietlind Jochims die neue Flüchtlingebeauftragte der Nordkirche. Ihr neuer Dienstsitz liegt dann in der Hafencity an der Shanghai-Allee. Im selben Gebäude befinden sich unter anderem die Büros der Ökumene-Beauftragten und der Beauftragten für Friedensbildung sowie die Bischofskanzlei.
Seit August betreut die ehemalige Pastorin der Jubilate Kirche in Billstedt dann keine kleine Kirchengemeinde mehr, sondern einen sehr viel größeren Bereich, der neben Hamburg auch Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern umfasst.
Mit dem Tätigkeitswechsel ist für die 50-Jährige auch ein Umzug verbunden: „Ich ziehe aus dem Pastorat in Billstedt in eine Privatwohnung in Hoheluft“, sagt die gebürtige Preetzerin. Wer Dietlind Jochims Kollegen Gerhard Bothe an der Jubilate Kirche unterstützen wird, ist noch offen. „Die Stelle ist ausgeschrieben, die Bewerbungsfrist läuft noch bis 20. August.“ In den sieben Jahren ihrer Tätigkeit in Billstedt betreute Dietlind Jochims, bereits eine Familie aus Mazedonien, eine Frau aus Serbien und eine aus Tschetschenien. Außerdem hat sie Kontakte zu den Flüchtlingsunterkünften im Oststeinbeker Weg, im Billstieg und am Mattkamp.

Höhere Grenzzäune keine Lösung

„Ich bin nachhaltig beeindruckt vom großen Engagement und der Solidarität mit den Lampedusa-Flüchtlingen“, sagt die Pastorin, die mit weiter steigenden Flüchtlingszahlen rechnet. „Durch höhere Grenzzäune werden wir die Situation nicht lösen - wir müssen uns etwas anderes überlegen, wie wir die Zahlen begrenzen können.“ Eine ihrer Aufgaben sei es, Zahlen Gesichter zu geben. „Die Geschichten und Schicksale sind zum Großteil schwer, aber es gibt auch ganz beglückende Erfahrungen“, hat sie festgestellt. Das gilt beispielsweise für die junge Mutter Terdjan Demirova und ihre beiden Kinder Alpaj und Medina, deren Asylverfahren bereits seit 2012 abgeschlossen ist, zu denen sie aber noch Kontakt hat. Dietlind Jochims wünscht sich, dass ihre Arbeit dazu beitragen möge, dass Flüchtlinge nicht als Bedrohung, sondern viel mehr als Chance und Bereicherung gesehen werden.

Thema für die Gesellschaft

Der Umgang mit Flüchtlingen sei eines der spannendsten Themen für Gesellschaft und Kirche überhaupt, findet Dietlind Jochims. „Wie gehen wir mit Menschen um, die zu uns kommen, wie verhalten wir uns auf der anderen Seite der Globalisierung nicht nur als Profiteure einer gut funktionierenden Weltwirtschaft, sondern gegenüber denen, die sich eher auf der Verliererseite befinden?“

Menschenrechtsarbeit

Sie erwartet viel Menschenrechtsarbeit, das heißt: „Schauen, wie die Situation von Flüchtlingen in den Herkunftsländern und bei uns ist. Was können Kirchengemeinden tun, um Menschen willkommen zu heißen und ihnen hilfreich zur Seite zu stehen?“ Dementsprechend möchte sie im Austausch mit Politik und Flüchtlingsorganisationen Anregungen geben, wird aber auch Beratende der Kirchengemeinden zum Thema Kirchenasyl ausbilden.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige