Hilfe für Obdachlose in Hamburg

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An jedem dritten Sonntag in der kalten Jahreszeit wird von den Helfern der Stiftung rund um den Hauptbahnhof warme Kleidung, Tee und Suppe verteilt Foto: kg
Hamburg: Hamburg Hauptbahnhof |

Warme Kleidung, Suppen und heiße Getränke am Hauptbahnhof gegen die Kälte

Hamburg-City Die eisige Kälte der vergangenen Wochen hier im Norden hat vor allem den Obdachlosen zu schaffen gemacht. Viele wohnungslose Menschen mussten bei Minusgraden die Nacht auf der Straße verbringen, oft nur notdürftig bekleidet. Damit auch die ganz Armen dieser Stadt ein wenig Unterstützung, neben den Maßnahmen der Behörden und Institutionen erhalten, hat die humanitäre Stiftung „Live To Love“ sich am Sonntagnachmittag auf den Weg gemacht und Bedürftige rund um den Hauptbahnhof mit warmer Kleidung, Suppen und heißen Getränken versorgt. „Wir helfen von Mensch zu Mensch“, erklärt die Präsidentin Gianna Wabner das Konzept ihrer gemeinschaftlichen Arbeit, zu der sogar eine Helferin aus Berlin angereist war.

Leben um Liebe zu geben

„Leben um Liebe zu geben“, lautet das Motto, das sich diese freiwilligen Unterstützer zur Aufgabe gemacht haben. Die ersten Obdachlosen erwarteten die zwölf Helfer bereits direkt am Eingang der Wandelhalle. Es habe sich herumgesprochen, dass an jedem dritten Sonntag im Monat die Ehrenamtlichen der Stiftung kommen, erzählt Ed, der selber auch gern mal eine der Sachspenden entgegennimmt. Die Situation wirkt fast familiär, es sind auch kleine Kinder mitgekommen, die genau darauf achten, dass die Becher mit dem warmen Tee und Kaffee auch richtig vollgefüllt werden. Hunde bellen, dazwischen werden neue Schuhe anprobiert und Hosen schnell an das Bündchen gehalten. „Passt“, und schon landet das neue Kleidungsstück im Rucksack. Erst viel später können sich die obdachlosen Menschen dann irgendwo in einer dunklen Nische zwischen den Bahnhofsmauern oder in einer der Unterkünfte für Wohnungslose in der Stadt ihre geschenkten Kleiderspenden überziehen.

Jeder erhält Hilfe

„Herkunft, Religion oder Lebenssituation spielen bei uns überhaupt keine Rolle“, meint Gianna Wabner, die beim Helfen immer nur den Menschen vor sich sieht, der in Not geraten ist und Unterstützung braucht. Die Hintergründe für die persönliche Lage werden dabei nicht hinterfragt. Und dennoch entstehen schnell ein paar Gespräche, die Männer erzählen von ihrer Not, von den Problemen in den Unterkünften und dem Leben auf der Straße. „Wir sind froh über diese Hilfe“, geben die Männer zu verstehen und nehmen auch gleich noch dankend einen heißen Kaffee entgegen. Am Hauptbahnhof beginnt es jetzt in Strömen zu regnen. Wer kann stellt sich irgendwo unter und die Helfer ziehen weiter mit ihrem Bollerwagen voller Kleiderspenden und belegten Broten, die heute alle noch verteilt werden sollen. „Wir gehen dorthin, wo wir gebraucht werden und das Helfen macht uns einfach glücklich“. (kg)
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