Hilfe kommt per Video

Anzeige
Sie ermöglichten das Dolmetschen per Video für die medizinische Flüchtlingsversorgung: Mirko Bass, Dorit Otto, Cornelia Prüfer-Storcks und Martin Kroeger (v.l.) Foto: Hanke

Medizinische Versorgung von Flüchtlingen in 50 Sprachen gesichert

St. Georg/Uhlenhorst/City Der „MLOVE Future City Campus“ am Baakenhöft in der HafenCity ist eine Stätte für innovative Projekte. Jetzt ist hier eine Idee entstanden, die durch großzügige Förderung in die Tat umgesetzt werden kann. Die Dorit und Alexander Otto Stiftung gibt 900.000 Euro für zehn Container-Kombinationen, in der Flüchtlinge medizinisch versorgt werden können, sogenannte Refugee First Response Center (RFRC). Der Clou dabei: Die Container werden mit Netzwerk- und HD-Videokomponenten ausgerüstet, mit deren Hilfe Dolmetscher für 50 Sprachen zugeschaltet werden können. Denn eines der größten Probleme bei der medizinischen Behandlung von Flüchtlingen ist die Sprachbarriere. „Die hausärztliche Basisversorgung der Flüchtlinge lebt von der Sprache. Nur über eine einwandfreie Verständigung zwischen Arzt und Patient kann die richtige Diagnose gestellt werden. Doch da stoßen wir an unsere Grenzen. Den richigen Dolmetscher zur Verfügung zu haben, ist aufwändig und teuer“, erläuterte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks kürzlich bei der Vorstellung des Container-Videosystems im MLOVE Future Campus. Bald geht das ganz schnell. Der Arzt kann bei der Behandlung in den zehn als kleine Patientenzimmer mit Liege und Medzinschrank eingerichteten Containern – weitere zehn werden als Wartezimmer ausgestattet – per Videoschaltung mit einem Dolmetscher verbunden werden, der auch medizinische Fachbegriffe übersetzen kann. Bei den Übersetzern handelt es sich zu 90 Prozent um freiberufliche Dolmetscher, die über die SAVD Videodolmetschen GmbH, einem der Unterstützer des RFRC, vermittelt wurden. Ein weiterer Unterstützer ist neben dem Universitätsklinikum Eppendorf und dem Gesundheitsamt Altona die Firma Cisco Systems, deren Mitarbeiter Mirko Bass und Martin Kröger mit Kollegen die Idee für das RFRC entwickelten. „Jeder von uns wollte Flüchtlingen helfen. Da haben wir uns gefragt:„Was können wir mit unserem Spezialisten-Wissen tun“, erzählt Martin Kröger über die Anfänge. Man traf sich, forderte die 600 Mitarbeiter der Firma in vielen Ländern auf, Ideen einzuschicken. In der Erstaufnahme Rugenbarg in Osdorf wurde das System bereits getestet. Die Cisco-Mitarbeiter waren begeistert. „Es hat etwas sehr Erfüllendes, wenn man sieht, wie die Patienten und der Arzt mit den Dolmetschern Kontakt haben“, erzählt Mirko Bass. Die RFRCs sollen an zehn Standorten in Hamburg aufgestellt werden, über die noch nicht entschieden worden ist. „Die Flüchtlingssituation ändert sich derzeit ständig. Wir entscheiden, wenn die Container gebaut sind“, sagt der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Rico Schmidt. Wann die Container fertig sind, ist ebenfalls noch nicht klar. (ch)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige