Immer auf Empfang

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In der ersten Ausbaustufe soll das kostenfreie WLAN-Netz in der Innenstadt weiter ausgeweitet werden Fotos: Schmidt/ Krüger

In der Innenstadt ist das Surfen jetzt kostenlos

City 24 Stunden lang ins Internet – ohne auch nur einen Cent dafür zu bezahlen. Seit vergangenem Donnerstag hat jeder, der in der Hamburger Innenstadt unterwegs ist, mobilen Zugang ins freie WLAN-Netz „MobyKlick“. „Wir freuen uns sehr, etwas geschaffen zu haben, das heutzutage zu einer angemessenen öffentlichen Infrastruktur in großen Städten gehört“, sagte Dr. Carsten Brosda, Staatsrat für Kultur, Medien und Digitales bei der öffentlichen Präsentation des Pilotprojekts. In der ersten Testphase schalten die Stromnetz Hamburg GmbH und der Kabelnetzbetreiber willy.tel vier Zugangspunkte, sogenannte Access Points, frei. Sie befinden sich zwischen Alstertor, Ballindamm, Gerhard-Hauptmann-Platz und der Europa Passage. Wer sich einloggt, erhält einen Zugangscode per SMS auf Handy oder Tablet und kann anschließend 24 Stunden lang durchs Netz surfen. Der Vorteil gegenüber Hotspots: Man muss sich nicht immer wieder neu einwählen. „Der Plan war, ein durchgehendes WLAN-Konzept zu realisieren“, erklärte Bernd Thielk, Geschäftsführer der willy.tel GmbH. Über die Anbindung an rund 1.500 Kilometer weit verlegte Glasfaserkabel des Unternehmens sei eine leistungsfähige Bandbreite von rund einem Gigabit pro Sekunde möglich, so dass in der Umgebung eines Access Points 500 Nutzer gleichzeitig das kostenfreie WLAN-Netz nutzen können. Und das so problemlos, dass selbst datenreiche Videos oder Filme aus dem Netz geladen werden können.

5.000 Access Points bis 2020


Wie versorgt man die Funkstellen aber bloß mit ausreichend Strom? Mit dieser Frage beschäftigte sich willy.tel ein Dreivierteljahr. Das Problem: Die Access Points sollten Strom aus Hamburger Lichtmasten ziehen. Was der Denkfehler dabei war?
„Aber wir haben anfangs den Fehler gemacht, zu vergessen, dass viele Lichtmasten tagsüber stromlos sind. Und WLAN nur nachts zu haben, ist ja auch doof“, berichtete Thielk. Und so kam die Stromnetz Hamburg GmbH ins Spiel. Das Unternehmen stellt die sogenannten Netz-Hubs (Knoten) bereit. Das sind kleine im Boden eingelassene Kabelschächte, die die Möglichkeit bieten, drei digitale Kleinanwendungen zu installieren. „Geeignet wären auch Anschlüsse zur Parkraumüberwachung oder für Bürgerinformationen in Echtzeit“, erklärte Thomas Volk, technischer Geschäftsführer der Stromnetz Hamburg GmbH. Bis 2017 sollen aus den vier Access Points stolze 180 werden. Dann wäre kostenlos surfen in der gesamten Innenstadt in einem Radius von 3,3 Quadratkilometern möglich. „Hamburg ist das Tor zur Welt, dem bislang der freie WLAN-Zugang fehlte. Jetzt kann die Stadt sich auch digital beweisen“, so Thielk. Der Zukunftsplan: Hamburg mit bis zu 5.000 Access-Points bis 2020 versorgen. Auch Kaufhäuser und Gewerbetreibende hätten schon ihr Interesse an der Nutzung von „MobyKlick“ bekundet. Und die Hamburger Hochbahn startet am 21. April ein sechsmonatiges Pilotprojekt. In dieser Zeit bietet sie ihren Fahrgästen kostenfreies WLAN auf der MetroBus-Linie 5 und den U3-Haltestellen Mönckebergstraße und Borgweg an. (sos)
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