Kann das jetzt weg?

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Das Bezirksamt Mitte am Klosterwall - unter den grauen Platten liegt die Originalfassade der 70er Jahre Foto: Röhe

Kulturbehörde hält Abriss des Bezirksamts für möglich

Von Matthias Röhe
City. Die Entscheidung über den neuen Standort des Bezirksamts Mitte ist gefallen. Auf dem Jahresempfang des Amtes gab Bezirksamtsleiter Andy Grote bekannt, dass seine Behörde die City-Hochhäuser am Klosterwall verlassen und in einen Neubau an den Schultzweg, zwischen Hühnerposten und Amsinckstraße, nach Hammerbrook ziehen werden. Damit stellt sich die Frage: Was passiert mit dem alten Bezirksamt? Enno Isermann, Pressesprecher der Kulturbehörde, ist sehr an dem Ensemble gelegen. Aber er sagt auch: „Die Kulturbehörde wäre bereit, eine Abrissgenehmigung in Erwägung zu ziehen“.
In den 1950er Jahren wurden die Hochhäuser am Klosterwall gebaut. „Sie sind Stil prägend für einen Nachkriegsbau, typisch für diese Zeit“, erklärt Enno Isermann, Sprecher der Kulturbehörde. Seit 2011 sind die vier Hochhäuser als erkanntes Denkmal erfasst, seit Mai dieses Jahres sind sie im Zuge der Novellierung des Denkmalschutzgesetzes als geschütztes Denkmal anzusehen.
„Die Tankstelle, die vielen kleinen Wohnungen und Geschäftsräume und die Art der Hochhäuser sind sehr typisch für die Zeit. Daher sah das Denkmalschutzamt das gesamte Häuser-Ensemble als schützenwert an“, sagt Enno Isermann und ergänzt: „Wer jetzt auf die Häuser schaut, sieht nur eine graue hässliche Fassade – sie ist übrigens nicht denkmalgeschützt. Aber darunter befindet sich die Original Fassade. Und die ist typisch für die 1970er Jahre.“
Der Bau wurde von dem Architekten Rudolf Klophaus entworfen, der bereits bedeutende Bauvorhaben in der City, besonders im Kontorhausviertel verwirklicht hatte. Derzeit arbeiten etwa 900 Mitarbeiter im Bezirksamt Mitte. Sie werden bis 2016/17 nach Hammerbrook umziehen. Dies ist dringend nötig: denn alle vier Häuser sind stark sanierungsbedürftig. Und weil es so ist und unter diesen Umständen kaum ein Investor zu finden sein wird, sieht Enno Isermann kaum eine Chance auf den Erhalt der vier Hochhäuser.
„Im Jahr 2011 wurden die vier Gebäude von der Finanzbehörde zum Verkauf ausgeschrieben – mit der Option zum Abriss und einem anschließenden Neubau“, erläutert Isermann und ergänzt: „Wir freuen uns natürlich, wenn die vier Gebäude so erhalten bleiben. Theoretisch wäre eine Grundsanierung aller vier Häuser, praktisch wohl eher ein Abriss denkbar.“ Eine neue Ausschreibung zum Verkauf des Grundstücks zwischen Hauptbahnhof und HafenCity wird von der Finanzbehörde vorbereitet. „Natürlich wird der Aspekt Denkmalschutz auch in der Ausschreibung eine Rolle spielen“, sagt Daniel Stricker, Sprecher der Finanzbehörde. (mr)
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