Kräuterhaus an neuem Standort

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Jessica Techen ist die neue Geschäftsführerin des Kräuterhauses. Fotos: Grell

Umzug wurde vom Viertelbewohnern unterstützt

St. Georg. Als die ersten leisen Gerüchte, das legendäre Kräuterhaus würde schließen, sich in St. Georg ausbreiteten, standen viele unter Schock. Das Herz der Langen Reihe, direkt an der Ecke zur Danziger Straße gelegen, war so selbstverständlich geworden, dass nie jemand seine Existenz in Frage gestellt hätte. „Ohne das Kräuterhaus kann ich mir die Lange Reihe gar nicht vorstellen“, meinte eine Nachbarin, die seit dreißig Jahren Stammkundin ist. Das Kräuterhaus hatte allerdings tatsächlich eine Kündigung von dem Vermieter Frank Jendrusch erhalten und musste sich in Kürze nach einer Lösung umsehen. In der Koppel 34 fanden sich ein Lagerraum und damit die Rettung für das Geschäft mit den scheinbar unzähligen Kräuterdosen und den lächelnden Verkäuferinnen, die zu jedem Tee dessen Anwendungsbereich kennen. „Der Vierjahreszeitentee, der ist besonders gut bei Erkältungen“, weiß Katharina Jung, die schon seit vielen Jahren zum Team beim Kräuterhaus gehört. Jessica Techen, die neue Geschäftsführerin des Ladens, ist froh, diese schnelle Lösung im Hinterhaus gefunden zu haben, denn direkt auf der Langen Reihe ist kaum noch ein leeres Geschäft zu haben und die Mieten den ständigen Erhöhungen ausgesetzt. Nicht nur das Kräuterhaus musste als alteingesessenes Unternehmen von seinem Platz weichen, auch die Buchhandlung Wohlers hat bereits die Kündigung auf dem Tisch liegen. Diese Entwicklung in St. Georg, weg von den kleinen Familienunternehmen, hin zu Ketten und schicken Boutiquen gefällt vielen Bewohnern im Stadtteil gar nicht. Auch Michael Joho vom Einwohnerverein mobilisiert immer wieder gegen den Mietenwahn im Viertel und organisiert Demonstrationen, die von Hunderten begleitet werden. „Wir brauchen keine Bäckereien und Friseure mehr“, beklagt sich eine ältere Bewohnerin aus der Koppel, die einige ihrer kleinen Läden von früher vermisst. Für das Kräuterhaus ist die neue Lage zunächst positiv ausgegangen. Die Kunden finden ihr Geschäft auch in der Koppel und „wir sind so glücklich über die große Unterstützung aus dem Viertel“, schwärmt Jessica Techen, die sich gar nicht erst auf die Suche nach Hilfe machen musste, weil die Menschen zu ihr in den Laden kamen. „Wir haben ganz viele Angebote bekommen und eine Desig–nerin aus St. Georg hat uns jetzt bei den Schildern geholfen.“ (kg)
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