Kritik an Busplänen für St. Georg

Anzeige
Marina Wandruszka, Schauspielerin am Thalia Theater und Michael Schwarz-Sola vom Einwohnerverein finden die Kosten für die geplante Busbeschleunigung zu hochFoto: Grell

Anwohner: Umgestaltung der Langen Reihe teuer und riskant für Fußgänger

Hamburg. Im Rahmen des Busbeschleunigungsprogrammes in Hamburg soll nun auch die Lange Reihe umstrukturiert werden. Das hat die Verkehrsbehörde jetzt mitgeteilt. Durch die Maßnahme der Beschleunigung sollen Reisezeitverluste in der Langen Reihe zwischen Baumeisterstraße und Lohmühlenstraße minimiert werden. Die Stadt verspricht sich von dem über eine Million teuren Projekt mehr Komfort für den Fahrgast.

„Das Konzept ist viel zu kostenintensiv verglichen mit den wenigen Minuten Fahrtzeit, die hier eingespart werden sollen.“ Marina Wandruszka. Michael Schwarz-Sola

Doch nicht alle Einwohner des Viertels sind dafür. „Das Konzept ist viel zu kostenintensiv verglichen mit den wenigen Minuten Fahrtzeit, die hier eingespart werden sollen“, sagen zum Beispiel die Schauspielerin Marina Wandruszka sowie Michael Schwarz-Sola vom Einwohnerverein.

Zwei Minuten Verlust

Neben der Metrobuslinie 6 verkehren auf der Lange Reihe auch die Schnellbuslinie 37 und der 607er Nachtbus. Zu den Hauptverkehrszeiten fahren die Busse im zehn-Minuten-Takt und täglich werden um die 13.000 Fahrgäste mit den drei Buslinien im Stadtteil befördert. Die Analyse der Busstrecke ergab nun eine Verlustzeit von zwei Minuten je Richtung. Schuld an den Verzögerungen für den Busverkehr sollen laut Studien des Landesbetriebes Straßen, Brücken und Gewässer die fünf Ampeln sein, die in diesem Bereich stehen und die vielen in zweiter Reihe parkenden Autos, die meist den Läden zuliefern und nicht die Lieferzonen nutzen können, die von Falschparkern blockiert sind.
Veränderungen sind an den beiden Haltestellen „Gurlittstraße“ und „AK St. Georg“ vorgesehen. Die Stadt will für die Umstrukturierung im Viertel die beiden Ampeln an der Baumeisterstraße und an der Danziger Straße abbauen. Damit die Passanten dennoch die Straße sicher überqueren können, sind Mittelinseln als Sprunghilfe vorgesehen. Nicht gut, sagt der Einwohnerverein, denn „gerade die Fußgängerampel an der Danziger Straße ist für die Schulkinder der Domschule besonders wichtig“, so Schwarz-Sola. Die Ampel am Ossietzkyplatz soll hingegen wegen der nahe gelegenen Heinrich-Wolgast-Schule bestehen bleiben. Auf Höhe des Krankenhauses ist ein Mini-Kreisverkehr geplant.

Cafés sollen weichen

Die Haltestelle „Gurlittstraße“ soll in Richtung Hauptbahnhof um 40 Meter verschoben werden. „Das aber macht einen Teil der Außengastronomie kleiner Cafés unmöglich“, beschweren sich die betroffenen Café-Besitzer Ozdemir Sonmez und Harald Henning. Durch die Haltebuchten können die Busse zukünftig gradlinig einfahren und Fliehkräfte quer zur Fahrtrichtung vermieden werden, was wiederum Zeit einsparen soll. Wo vorher Parkbuchten waren, kommen Fahrradbügel zum Einsatz. Insgesamt sieben neue Parkscheinautomaten sind vorgesehen, für den Minikreisel allerdings auch gleichzeitig sieben Baumfällungen. Michael Schwarz-Sola: „Wir kritisieren nicht das Busbeschleunigungsprogramm an sich. Aber wegen der engen Straßensituation in der Langen Reihe ist dieses Konzept völlig ungeeignet.“ Jetzt soll sich der Stadtteilbeirat damit befassen (kg)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige