Kultur als Geschenk

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Angelika Schülke (links) freut sich sehr über die Theaterkarten, die ihr Ute Kruse-Fischer hier überreicht. In der Regel werden die Karten an der Kasse hinterlegt und dann am Abend abgeholt Foto: kg

Kulturloge: 13.000 Rest-Eintrittkarten für Niedrigverdiener

City. Kulturelle Teilhabe bedeutet auch Bildung für die Gesellschaft. Menschen, die nicht genug Geld verdienen, um teure Theater- und Konzertkarten zu erwerben, müssen auf diese Bildung verzichten. Da auf der anderen Seite immer wieder viele Plätze in den Veranstaltungssälen leer bleiben, gründete sich eine gemeinnützige Initiative, die beide Anliegen verbunden hat. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der „Kulturloge Hamburg“ suchen Kulturschaffende, die ihre Restkarten zur Verfügung stellen, um diese dann an Geringverdienende weiterzuleiten.


„Auch eine Familie,
die nicht von
Hartz IV lebt,
überlegt sich heute
zwei Mal, ob sie
ins Kino geht.“
Ute Kruse-Fischer

„Auch eine Familie, die nicht von Hartz IV lebt, überlegt sich heute zwei Mal, ob sie ins Kino geht“, weiß Ute Kruse-Fischer, eine der Mitbegründerinnen der Einrichtung. Wenn sie auf die Erfolge der letzten zweieinhalb Jahre zurückblickt, die seit der Entstehung der Loge vergangen sind, ist Ute Kruse Fischer zufrieden. Immerhin 13.000 verschenkte Eintrittskarten und mehr als 3000 registrierte Gäste, darunter auch 740 Kinder, machen die Helfer stolz auf ihr großes Engagement. Davon profitieren gleich mehrere Seiten. Die Theater spielen vor gefüllten Sälen, die Niedrigverdiener können wieder am kulturellen Leben teilhaben und die Kinder erfahren ein Stück Bildung, das ihnen ansonsten verborgen bleiben würde. Angelika Schülke ist eine der vielen Gäste, die regelmäßig eingeladen werden und Karten von der Kulturloge geschenkt bekommen. Oft ist es einmal im Monat, aber eine Regelmäßigkeit bestehe nicht, berichtet die zurzeit Arbeitslose. „Ohne die Unterstützung durch die Restkarten würde ich wohl eher selten ins Theater gehen“, glaubt Angelika Schülke, die von der Idee absolut begeistert ist.
Zufällig ausgewählt
Obwohl fast alle der eingetragenen Kulturinteressierten, auch ohne Probleme allein ins
Kino gehen würden, freuen sich die meisten über die zweite Karte, die jeweils für eine Begleitung mit vergeben wird. Wer bei der Kulturloge registriert ist, kann kulturelle Vorlieben angeben, die dann beim zufälligen Auswahlverfahren vorher berücksichtigt werden. Ein paar Tage vor der Veranstaltung kommt der ersehnte Anruf mit der Anfrage.
Die Entscheidung muss noch am Telefon getroffen werden, weil die Karten sonst an den nächsten Interessenten weitergegeben werden. Angelika Schülke nimmt meist jede Gelegenheit wahr, die ihr geboten wird und ist so schon viel herumgekommen. „Ich war sogar am Timmendorfer Strand bei sealife“, schwärmt sie. Finanziert wird die Kulturloge allein aus Spendengeldern und getragen allein durch ehrenamtliches Engagement. Ute Kruse Fischer hofft, dass immer mehr Kulturträger sich an der Sache beteiligen und auch die Geringverdienenden den Weg zur Kulturloge Hamburg finden werden. (kg)
u Kulturloge Hamburg e.V., t 0800 0180 105,
www.kulturloge-hamburg.de
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