Kur für den Kanzler in Hamburg

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Bismarck-Denkmal und Park: Sanierung für 12 Mio. Euro

Bismarck-Denkmal und Park: Sanierung für 12 Mio. Euro

Von Marco Thielcke
Hamburg. 34 Meter hoch und aus Granit geschlagen: Hamburgs größtes Denkmal, die Bismarckstatue im alten Elbpark, scheint für die Ewigkeit gebaut. Doch so massiv das Abbild des „Eisernen Kanzlers“ für Besucher von außen aussieht, so marode ist es von innen. Risse in den Seitenwänden, verrostete Stahlträger und Feuchtigkeit in den Mauern: Schon seit Jahren neigt sich der 1,83 Meter hohe Kopf des ersten deutschen Reichskanzlers Richtung Osten. Nun soll das Denkmal saniert und der alte Elbpark umgestaltet werden. Der Bezirk Mitte schätzt die Kosten auf rund zwölf Millionen Euro. Laut Bezirksamt könnte der Bund bis zu 50 Prozent der Kosten übernehmen.
Beim Cityausschuss des Bezirks-Mitte wurden in der vergangenen Woche Pläne für die Sanierung und eine Umgestaltung der Grünanlagen vorgestellt. „Der Zustand
des Denkmals ist noch nicht bedrohlich. Ohne eine Sanierung können jedoch schwere Schäden nicht mehr ausgeschlossen werden“, sagt Matthias Gebauer vom Ingenieurbüro Grassl aus Hamburg, der die Instandsetzung des Denkmals plant.
Bei einer Sanierung müssten wohl auch die schweren Schutzwände aus den Katakomben unter der Statue entfernt werden. Anfang der 40er- Jahre wurde der Innenraum des Denkmals zum Luftschutzbunker für rund 900 Personen ausgebaut. Hohlräume an der Gewölbedecke wurden mit Beton gefüllt, und eine 70 Zentimeter dicke Bodenplatte verstärkten die Schutzräume. Das Gewicht erhöhte sich um 2200 auf 2825 Tonnen, zu schwer für das Fundament. Die Terrasse vor dem 108 Jahre alten Denkmal ist bereits abgesackt.
Gleichzeitig könnte der alte Elbpark umgestaltet werden. Wege, Treppen und Mauern sind in einem schlechten Zustand und könnten gemäß der Pläne der Landschaftsarchitektin Sabine Schwirzer von der Firma EGL erneuert werden. In den vergangenen Jahren war der Park vernachlässigt worden, obwohl es laut Schwirzer dort viele Orte gibt, die bei Touristen beliebt sind, wie zum Beispiel die Aussichtsplattformen auf die Elbe. Direkt neben dem Bismarck-Denkmal könnte, wenn es nach den Vorstellungen der Landschaftsplaner geht, bald auch ein Biergarten und ein Museumspavillon stehen.
Wie viele der Maßnahmen am Ende verwirklicht werden und wann die Arbeiten beginnen, ist jedoch noch völlig offen. Falko Droomann, baupolitischer Sprecher der SPD in Mitte, sagt: „Wir haben mit allen Fraktionen verabredet, einen Zeitplan auszuarbeiten, bei dem auch die Bürger beteiligt werden.“ (mt)
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