Kutter ahoi auf der Alster

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50 Jahre alt ist der Kutter: Meik Glindemann und Henning Haarhaus machten den Zweimaster wieder flott Foto: Haas
 
Bei Flaute wird gepullt: Öffnungen für die Ruder sind im Kutter eingebaut Foto: Haas

50 Jahre alter Zweimaster wieder flott. Öffentliche Taufe am 25. April

Von Waltraut Haas
St. Georg
Er ist zwar schon in festen Händen. Dennoch kennt Henning Haarhaus, 48, als Segler noch eine Leidenschaft. Die entflammte, als er die antike Schönheit namens „Godewind“ sah. Auf der Feldberger Seenlandschaft war der 50 Jahre alte Segelkutter aus edlem Mahagoniholz zwar ausgemustert. Doch erstand Haarhaus den Zweimaster, investierte viel Zeit und Mühe, um ihn von Mecklenburg-Vorpommern nach Hamburg zu holen und ihn „alstertauglich“ zu machen. Der Chef des Barca-Bootsstegs Meik Glindemann, 37, fand die Idee gut und wurde erster Fan und Unterstützer.
„Der Kutter ist klein genug für die Alster und groß genug für zwölf Leute“ erklärt Henning Haarhaus und deutet auf die Mahagoni-Schönheit mit drei Segeln, fest vertäut am Barca-Bootssteg.
Sie passt zu seiner Idee von gemeinschaftlichem Segeln. „Leute mit und ohne Segelschein können hier mitmachen, und jeder soll anpacken.“ Haarhaus meint das wörtlich, denn bei Flaute wird eben „gepullt“, die Ruder sind bei den künftig geplanten Gruppen-Events immer dabei. Wenn alles weiter so gut läuft, heißt es gleich nach der Schiffstaufe „Leinen los“ für die ersten Törns.

Vom Hobby zum Beruf


Schon als kleiner Junge hat Henning Haarhaus von seinem Vater das Segeln gelernt auf vielen norddeutschen Seen. Berufstätig als Marketingfachmann in Agenturen und Unternehmen verbrachte Haarhaus seine Freizeit möglichst auf dem Wasser: zunächst mit Windsurfen. Es folgten Yacht- und Katamaransegeln. Zwischendurch war er als Skipper auf Chartertouren. Um die Segellehrer-Lizenz zu erwerben, nahm er eine berufliche Auszeit, segelte auch als Crew-Mitglied auf Rennyachten bei Hochseeregatten, beteiligte sich an deutschen und internationalen Meisterschaften.„Dann hatte ich mal Zeit, über mein Leben nachzudenken. Ich muss eigentlich nur auf Wasser gucken können, um glücklich zu sein.“ Haarhaus kam dabei die Idee, wie er sein Hobby künftig ausbauen könne: Als Gastgeber und Segellehrer sieht er sich künftig im Zweimaster auf der Alster – von Berufs wegen.
„Auf unserem Alsterkutter möchte ich vielen Menschen die Möglichkeit geben, dieses Glück auch zu erleben.“ Und Meik Glindemann gib sich zuversichtlich – ganz der wortkarge Seemann: „Das wird schon.“

Erfolg durch Crowdfunding


Seit Ostermontag rückten Henning und Meik ihrer Vision ein Stück näher. Denn für einen größeren Fehlbetrag in der Bootskasse suchten und fanden sie Unterstützung der anderen Art – per Crowdfunding auf www.startnext.com/alsterkutter.
„Unser Crowdfunding wurde jetzt erfolgreich beendet: 102 Unterstützer haben unser Projekt innerhalb von 39 Tagen mit insgesamt 10.843 Euro unterstützt, sodass wir nun bald starten können. Wir sind überglücklich!“ teilt Henning Haarhaus mit. „Viele unserer Unterstützer sind Hamburger, aber auch Kutter-Fans aus Süddeutschland haben unseren Traditionssegler gefördert.“
Die stolze Summe stopft nicht nur das Loch in der Kasse, sie ermöglicht jetzt auch dringende Anschaffungen: Segeljacken und -hosen für künftige Mitsegler bei steiferen Brisen inklusive.
Demnächst steht das „Dankeschön“ für die Unterstützer an: per Schnuppertörn nach der öffentlichen Schiffstaufe am 25. April, 12 Uhr, auf dem Barca-Bootssteg, An der Alster 67a. Danach können Interessenten fürs Schnuppersegeln Termine reservieren, direkt am Bootssteg oder auf www.barca-hamburg.de
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