Leuchtende Wäsche

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Unterwäsche leuchtet bis zum 28. Februar über der Mönckebergstraße: die Lichtinstallation „Dresscode“ von Tobias Zaft.Foto: Gerrit Meyer, Portrait: Hanke

Dresscode: Das Intime im Sterilen

City. Nanu? Was baumelt denn da über der Mönckebergstraße? Wer sich derzeit die Mühe macht in Hamburgs bekanntester Einkaufsstraße, Höhe Levantehaus, den Blick nach oben zu richten, wird Ungewöhnliches entdecken: Unterhosen, ein BH und andere Unterwäsche, alles in weiß, sowie zwei rote Socken hängen da auf einer Wäscheleine, die über die Mönckebergstraße gespannt ist. Alles deutlich stabiler als die Originale. Die Leine ist ein Stahlseil und die Wäschestücke sind LED´s aus drei Millimeter starkem Acyrlglas, etwa doppelt so groß wie die wirkliche Wäsche. Das Ganze ist eine Lichtinstallation mit Namen „Dresscode“. Geschaffen hat sie der Hamburger Künstler Tobias Zaft, der seit sechs Jahren in Peking lebt. Eine „Überschneidung zwischen privatem und öffentlichem Raum“ wollte Zaft mit seiner Installation „Dresscode“ thematisieren.
„In Peking ist eine Wäscheleine mitten im Straßenraum, zum Beispiel zwischen einem Baum und einer Bushaltestelle, Teil des Alltags. Das ist ein sehr angenehmer, menschlicher Kontrast und Ausgleich zu einem sterilen Stadtbild gläserner Hochhausfassaden“, erzählt Zaft. Den Stadtraum hierzulande empfindet Zaft als „immer steriler, orientiert am Konsum“. So kam er auf die Idee, Privates in dem sterilen Stadtraum zu installieren. Auslöser für diese Idee war eine Anfrage, anlässlich des 100sten Geburtstages der Mönckebergstraße und des Levantehauses im östlichen Teil der Einkaufsstraße Kunst im öffentlichen Raum zu kreieren.
„Die Arbeit benutzt die Wäscheleine als Symbol für das Intime, Alltägliche“, erläutert Zaft, der für seine Lichtinstallationen in China bereits bekannt ist. Warum hängen zwischen der weißen Unterwäsche rote Socken? „Rot ist in China die Farbe für Glück und Reichtum“, erklärt der Künstler, womit er allen Assoziationen in Bezug auf „rote Socken“ einen Riegel vorschiebt. „Dresscode“ ist seine erste Arbeit in seiner Heimatstadt Hamburg.(ch)
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