Liebesglück in Uhlenhorst

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Vor 18 Jahren haben sich Edith und Ernst Junge beim Einkaufen kennen gelernt. Inzwischen ist das Paar seit zehn Jahren glücklich verheiratet. Foto: Strauß

„Unsere ganz private Wiedervereinigung“

Uhlenhorst. Offene Grenzen wirken manchmal Wunder. Das haben Tausende nach dem Fall der Mauer erlebt. Darunter auch Edith Josefski aus Brandenburg an der Havel.

Zwei Jahre nach der Wiedervereinigung, im Jahr 1991, wagte die Ostdeutsche einen Neuanfang in Hamburg. Ein großer Schritt für die gelernte Erzieherin: 13 Jahre lang hatte Edith Josefski an einem Internat in der Kreisstadt Brandenburg gearbeitet. Nach dem Zusammenbruch des DDR-Regimes verlor die Pädagogin infolge von Umstrukturierungen ihre Arbeit.
Ihr Neubeginn in
Hamburg brachte die
erfreuliche Wende
Im Juli 1991 in Hamburg angekommen, fand die Brandenburgerin schon im August eine Stelle als Kindergärtnerin in Altona. „Die Anfangszeit in Hamburg war schön. Ich bin gut aufgenommen worden. Keiner hatte Vorurteile, weil ich aus dem Osten kam“, erinnert sie sich. „In Brandenburg haben alle gesagt: ,Ach, du kommst bald wieder!’.“ Durch ihr Schlüsselerlebnis am 15. September 1994 in Hamburg kam es ganz anders: Beim Einkaufen am Berliner Tor traf die attraktive Frau einen charmanten Hamburger. Was Edith Josefski noch nicht wusste: Es war Ernst Junge, Versicherungsangestellter aus Barmbek. Nach der kurzen Begegnung im Einkaufszentrum war es im Nu um beide geschehen. „Ich saß am Tresen beim Bier als ich sie sah. Da dachte ich: Nettes, hübsches Gesicht, aber die sieht so traurig aus“, so Ernst Junge. Dabei war Edith Josefski überhaupt nicht traurig. Die heute 69-Jährige kam gestresst von der Arbeit, musste erst einmal abschalten.
Ein kleiner Flirt
Die Kindergärtnerin wollte nur rasch ihre Einkaufe erledigen. Als Ernst Junge ihr zuzwinkerte dachte sie: „So’n gut aussehender Mann.
Der kann mich doch gar nicht meinen!“ Mit einem Flirt hatte die berufstätige Mutter eines Sohnes ohnehin nicht gerechnet. „Ich sah aus wie ein Arme-Leute-Kind.“ Bereits beim ersten Plausch zog der Hanseat die Brandenburgerin mit seiner Herzlichkeit in den Bann. „Wir haben drei Stunden lang geschnackt“, erinnert sich Ernst Junge. Beide vergaßen jedoch, ihre Namen auszutauschen. Als der Gentleman anbot, seine Herzensdame nach Hause zu bringen, ließ Edith Josefski ihn auch noch abblitzen.
Sie treffen sich an der Langen Reihe
Trotzdem wurde mehr daraus. In der Hoffnung, die hübsche Frau wieder zu sehen, ging Ernst Junge regelmäßig am Berliner Tor einkaufen. So kam es zur erneuten Begegnung. Romantische Flirts in St. Georg folgten. Gern erinnern sich beide an ihre Treffen in einer Gaststätte an der Langen Reihe. „Schon beim zweiten Treffen sind wir beide aufgeblüht.
Es wurde immer vertrauter. Mit 51 Jahren habe ich meine große Liebe gefunden“, schwärmt Edith noch heute. Ernst Junge war damals 56. Der Vater von zwei Kindern hatte ebenso wie seine neue Flamme eine gescheiterte Beziehung hinter sich. Beide hatten nicht damit gerechnet, nach der Scheidung und traurigen Zeit des Alleinseins wieder einen Partner zu finden. „Ich wollte mich sowieso nie wieder binden“, beschreibt die Pädagogin ihre damalige Situation.
Lesen Sie Teil 2 in der nächsten Ausgabe.
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