Mit Bingo geistig fit bleiben

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Maren Gebhardt leitet die Bingo-Gruppe. Sie ist für das Ziehen der Nummern zuständig Foto: Grell
 
Wer Bingo spielt, braucht absolute Konzentration Foto: Grell

LAB-Treff St. Georg sucht weitere Senioren als „Freizeit-Zocker“

St. Georg Eigentlich ist Bingo ein Glücksspiel, doch beim Treffpunkt St. Georg am Hansaplatz geht es dabei harmlos zu. Vier ältere Damen schauen gebannt auf ihren Karton voll von ungeordneten Zahlen und nehmen nichts um sich herum wahr, bis eine der Mitspielerinnen „Bingo“ schreit und das Spiel damit abrupt beendet. Schnell kommen die Zockerinnen ins Schwitzen. Mit jeder Zahl, die von Maren Gebhardt gezogen und sofort vom Spieler mit einem Coupon aus Plastik abgedeckt wird, steigt die Spannung.
Bingo ist ähnlich dem Lotto ein Spiel, bei dem es darum geht fünf Zahlen in einer Reihe auf einem Spielkarton zu erreichen und damit zum Sieger der Runde zu werden. Das kann wenige Minuten, aber auch viel länger dauern. Jeweils einer ist ausschließlich für die Kurbel an der Zahlentrommel zuständig und benennt die gezogenen Nummern von 1 bis 75.
Bingo soll es schon seit Anfang 1900 geben und in unterschiedlichsten Länden zwischen Spanien, den USA und den Philippinnen gespielt worden sein. Während spanische Spieler die gezogenen Zahlen damals noch mit getrockneten Bohnen und Mexikaner mit Maiskörnern abdeckten, werden heute kleine weiße oder blaue Plastiktaler verwendet. „Es ist dieses Kribbeln, wie bei allen Glücksspielen“, verrät Hildy Kwoll, die das Spiel absolut ernst nimmt. Lautes Reden am Nebentisch geht da gar nicht. „Wie soll man sich denn so konzentrieren können?“. Bingo, das ist doch nur was für alte Leute, die nichts Besseres zu tun haben? Wer das meint, der muss es selber ausprobieren. Im Schnelldurchlauf werden die Zahlen gezogen, Bingo kann nur der rufen, der entweder eine waagerechte, senkrechte oder diagonale Reihe markieren konnte und rechtzeitig vor allen anderen, das entscheidende Bingo ruft.
Das ganze Spiel über muss jeder Mitspieler somit gleichzeitig die gezogenen Zahlen auf seinem Karton suchen, aufpassen, ob er in irgendeine Richtung ein Bingo erlangt hat und vielleicht auch noch mal einen Schluck Kaffee zwischendurch trinken. „Es kommt schon sehr auf die Konzentration an und erhält deshalb auch die geistige Fitness der Senioren“, erklärt Spielleiterin Maren Gebhardt. „Am Ende gibt´s auch noch die Blackout-Variante“. Dabei müssen alle Zahlen des Kartons bedeckt sein, bevor es einen Gewinner gibt. Zwei Stunden spielen die Damen beim Treff St. Georg und langweilig wird es ihnen dabei nie. „Es fordert einfach die Nerven“, lacht Brigitte Goldmann, die schon seit über einem Jahr zum Bingo kommt. Gern würde die Runde auch noch weitere Zocker unter sich wissen, selbstverständlich auch Männer. „Es macht einfach mehr Spaß, wenn der Tisch voll ist.“ Anders als beim Lotto, bei dem jeder allein seinen Schein im Kiosk abgibt, geht es beim Bingo vor Allem um den Gemeinschaftseffekt. Die Mitspieler sitzen immer alle in einem Saal. „Bei uns gibt es dazu günstig Kaffee und Kekse“, ergänzt Hildy. Viel Zeit zum Essen und Trinken nehmen sich die Damen vom Hansaplatz allerdings nicht. Schon rollen wieder die Kugeln durch die Trommel und die nächste Zahl heißt 18. „Bingo“, schreit Siegrid, springt auf und hat gleich noch ein paar Cent zurückerobert, die sie zuvor für ihren Karton eingesetzt hatte. (kg)

Bingo im Treff St. Georg LAB, Hansaplatz 10, jeden ersten Mittwoch im Monat,
15 bis 17 Uhr, Telefon: 241490, weitere Kursangebote www.labhamburg.de
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