Neubau am Hafentor in Hamburg

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Die Euroland GmbH will am Hafentor 52 Mietwohnungen bauen. Im Erdgeschoss soll auf 800 Quadratmetern ein Biosupermarkt einziehen Animation: Euroland GmbH

52 Wohnungen geplant. Anwohner protestieren

Hamburg. Die Gegend ist beliebt. Wer hier wohnt, blickt auf Elbe, Hafencity oder auf Otto von Bismarck, wenn er aus dem Fenster schaut. Das denken wohl auch die Projektentwickler Euroland GmbH. Sie planen auf einem rund 1.400 Quadratmeter großen Grundstück am Hafentor 52 Wohnungen.
Anwohner protestieren seit fünf Jahren gegen den Neubau, denn der soll auch auf einem Teil des denkmalgeschützten alten Elbparks stehen. In der vergangenen Woche gab nun auch das Denkmalschutzamt, die letzte Hoffnung der Initiative Hafentor, grünes Licht für das Projekt. In einer Stellungnahme zu dem Projekt heißt es: „Der Eingriff wird im Rahmen der Gesamtabwägung... als vertretbar eingestuft.“ Mitglieder der Initiative sind entsetzt und enttäuscht von der Einschätzung der Denkmalschützer. „Was ist Denkmalschutz in Hamburg noch wert“, fragt Muck Giovanett. „Mit Wohnungsbau kann man sich heute offensichtlich alles erlauben“, so der 47-jährige Buchhalter weiter. In die neuen Pläne, die in der vergangenen Woche der Stadtplanungsausschuss abnickte, konnten laut Michael Mathe, Leiter des Stadtplanungsamtes in Mitte, auch die Kritik der Anwohner einbezogen werden. Das Wohngebäude soll nun sechs statt sieben Geschosse haben und zehn Meter kürzer sein als der ursprüngliche Entwurf von Euroland vor zwei Jahren.
Der Stintfang wurde vor fast einem Jahr mitsamt der benachbarten Bismarck-Statue und dem alten Elbpark als Denkmal anerkannt. Die Bastion Albertus war Teil einer Wallanlage mit insgesamt 21 Bastionen. Die Verteidigungsanlage schützte Hamburg im 30-jährigen Krieg vor Angriffen und machte die Hansestadt zu Deutschlands stärkster Festung.
Das neue Gebäude soll bis zu sechs Geschosse hoch sein. Die Hälfte der 52 Mietwohnungen sollen laut Bezirk öffentlich gefördert werden und damit besonders günstig sein. Mit der Unterzeichnung eines Durchführungsvertrages zwischen dem Eigentümer Euroland und dem Bezirk Hamburg-Mitte in der vergangenen Woche kann Euroland nun den Bauantrag stellen. Die Bauarbeiten könnten sich aber verzögern, denn laut Denkmalschutzamt ist es möglich, dass während der Erdarbeiten archäologische Funde aufgedeckt werden können, demnach ist das Gebiet auch als Archäologische Vorbehaltsfläche ausgewiesen. Die Anwohner wollen es nicht soweit kommen lassen und planen weitere Unterschriftenaktionen. (mt)
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