Neue Schlepper nehmen Kurs auf Eis

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Seit Mitte Dezember im Einsatz, jetzt wird er getauft: Der Schlepper Johann Reinke Foto: HPA/wb

Hamburger Hafenbehörde tauft am Freitag zwei neue Eisbrecher

Von Waltraut Haas
Neustadt
Schon seit Mitte Dezember sind sie im Einsatz, am kommenden Freitag werden sie im Kreis geladener Gäste feierlich getauft: Die neuen Schlepper, die auch als Eisbrecher ausgerüstet sind, ersetzen zwei in die Jahre gekommene Schiffe. Mit „Christian Nehls“ und „Johann Reinke“ startet die Hafenbehörde „Hamburg Port Authority“ (HPA) eine „Flottenerneuerung“. Dafür seien noch zwei weitere Schiffe – ebenfalls bei der Hitzler Werft Lauenburg – in Arbeit, erklärt Geschäftsführer Jürgen Freudenberg. Fertigstellung: wohl November 2017. Bislang verfügte die HPA über sechs Schlepper, die auch als Eisbrecher eingesetzt werden können. Besonders wichtig sind sie für den Hamburger Hochwasserschutz. Ihr Einsatz verhindert die Bildung gefährlicher Eisblockaden, die Wasser und Eis aufstauen und so den Druck auf die Deiche erhöhen könnten. Auch die Erreichbarkeit des Hamburger Hafens und seiner Terminals müsse jederzeit gewährleistet sein, erklärte Wirtschaftssenator Frank Horch. „Die Eisbrecher leisten bei Frost wertvolle Arbeit für den Hafen und für den Hochwasserschutz.“

Beide mit Landstrom

Die HPA habe Wert darauf gelegt, dass die neuen Eisbrecher auch in Sachen Umweltschutz ganz vorn sind, betonte Jens Meier, Vorsitzender der HPA-Geschäftsführung. „Die beiden Eisbrecher sind mit emissionsarmen Antriebsanlagen und Rußpartikelfiltern ausgestattet, ebenso mit energieschonender LED-Technologie.“ Zudem verfügen beide über einen Land-Anschluss: zur umweltfreundlichen Stromversorgung im Liegebetrieb. Beim Bau der neuen Eisbrecher wurde die altbewährte Rumpfform übernommen. Ihre Eignung wurde dennoch zuvor am Modell in der Hamburgischen Schiffbauversuchsanstalt getestet. Auch während eisfreier Zeiten sind die beiden leistungsstarken Schlepper von 18 Metern Länge und über sechs Metern Breite keinesfalls außer Betrieb. „Dann setzen wir sie ein zum Schleppen und Verholen oder für Transportarbeiten“, so Meier weiter. Sollte der Frost allerdings anhalten, stehen „Christian Nehls“ und „Johann Reinke“ bereit: Mit einem Tiefgang von maximal 2,20 Metern und einer Geschwindigkeit von zwei Knoten knacken sie mühelos Eisdecken von 35 Zentimetern Stärke.

Persönlichkeiten geehrt


Ihre Namen ehren Persönlichkeiten, die sich maßgeblich für den Ausbau des Hamburger Hafens engagierten: So plante der Wasserbaudirektor Christian Nehls (1841-1897) etwa die Hafenerweiterung und die Anlage des Freihafens.
Ingenieur und Allrounder Johann Reinke (1749-1825) entwarf 1787 die erste zuverlässige Seekarte von Elbe und Weser, später wurde er in Hamburg Strom- und Kanalbaudirektor und engagierte sich aktiv in der Patriotischen Gesellschaft von 1765.
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