„Onkel Rudis“ Geheimnis

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So könnte der Spielplatz „Onkel Rudi“ in der Neustadt bald aussehen Fotos (2): Förderverein der Kita Markusstraße Foto: Förderverein der Kita Markusstraße
 
Der Spielplatz heute: Tristesse pur, wenig farbenfroh und nicht barrierefrei Foto:Förderverein der Kita Markusstraße

Hamburgs erster Inklusions-Spielplatz geplant. Woher der Name stammt

Von Christian Hanke
Neustadt
Ein großes Projekt für die Kinder der Neustadt steht in den Startlöchern: Hamburgs erster Inklusions-Spielplatz, geplant vom Förderverein der
Kita Markusstraße. Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte hatte kürzlich die Finanzierung gesichert (das Wochenblatt berichtete). Der städtische Spielplatz neben der Kita Markusstraße, nicht weit vom Großneumarkt entfernt, mit einer Fläche von 2776 Quadratmetern, fristet seit Jahren ein tristes Dasein mitten in der von Menschen aller Schichten bewohnten Neustadt. Er besteht nur aus Rutsche, Schaukel, Klettergerüst, Sandkasten und Mini-Hängebrücke und müsste dringend saniert werden. Doch er ist noch nicht dran.
Dabei wird er von den kinderreichen Familien der Neustadt stark genutzt, nicht nur von den 170 Kindem der benachbarten Kitas. In den Kitas der Neustadt werden insgesamt rund 700 Kinder betreut. Als der Spielplatz 2010 als „Spielplatz der Kampfhunde“ in die Schlagzeilen geriet, bemühte sich der Förderverein der Kita Markusstraße um eine Verbeserung des Spielplatzes und konnte durch eine Fördersumme von 10.000 Euro ein neues Klettergerüst anschaffen, das 2012 aufegstellt wurde. Da in der Kita damals 25 Kinder mit Behinderung betreut wurden, entstand die Idee einen Spielplatz für alle zu schaffen, auf dem auch behinderte Kinder unbehindert spielen können. Einen Namen gab es auch schon. „Onkel Rudi“ soll er heißen nach einem früheren Spielplatzwärter, der hier viele Jahre seinen Dienst versah und liebevoll so gerufen wurde.

Hilfe durch Spenden


240.000 Euro wird die Anlage des ersten Hamburger Inklusionsspielplatzes kosten. 140.000 Euro hat der eifrige Förderverein schon zusammenbekommen. „Spenden kamen von Anwohnern, Eltern, Onkeln und Tanten, aber genauso von Stiftungen und Firmen“, erzählt Sunniva Engelbrecht, eine der Aktiven für den Spielplatz und Sprecherinnen des Fördervereins. Die restlichen 100.000 Euro sind durch die Bezirksversammlung abgedeckt, sollen aber möglichst auch durch Spenen zusammenkommen.

Im Sommer wird gebaut

Wie „Onkel Rudi“ aussehen wird, wissen die Aktiven, die sich für den Spielplatz einsetzen, schon ganz genau. Eine Landschaftsplanerin hat „Onkel Rudi“ schon entworfen. Ein Sportwissenschaftler hat die neuen Geräte entwickelt. Die Zugänglichkeit zum Platz und zu allen Geräten ist ein ganz wichtiger Punkt. Ebenso der Untergrund. „Er darf nicht sandig sein. Da bleiben Rollstühle stecken“, erläutert Susanne Brehm vom Förderverein. Eine Sandspielanlage mit unterfahrbaren Tischen und Rinne, ein Rollstuhlfahrerkarrussell, Spielzonen und Hügel auf Gummibelag, ein barrierefreies Spielhaus, ein barrierefreier Erlebnisparcours, viel Gummi statt Sand als Untergrund, dunkle Linien auf hellem Grund für sehbehinderte Kinder. Das sind nur einige von vielen Ideen die hier verwirklicht werden sollen. Das endgültige Konzept wird im nächsten halben Jahr erstellt. Grundlage dafür ist ein Workshop mit Experten im Januar 2016. Im Sommer soll „Onkel Rudi“ gebaut werden.
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