Opposition gegen Abriss

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Investor Prien plant laut Geschäftsführer Jan Petersen je ein Drittel Hotel, Büros und Wohnungen, letztere aber nicht als Eigentum. Ins Erdgeschoss könnten Läden und Gastronomie. Abrissbeginn: Anfang 2018, Neubau fertig bis 2021. Es gebe einen Städtebaulichen Wettbewerb mit Juryentscheid (bcb)

Denkmalgeschützter City-Hof: Unterlegener Bieter könnte Stadt verklagen

Von Christian Hanke
City
Wie stehen die Bürgerschaftsfraktionen zur Zukunft der vier City-Hochhäuser? Wie berichtet, hat die Finanzbehörde mit der Hamburger Firma Aug. Prien einen Investor ausgewählt, der das denkmalgeschützte Ensemble am Johannis- und Klosterwall abreißen lassen will. Die Bürgerschaft (die nächste Sitzung ist am 25. November) soll abschließend über den Verkauf entscheiden. Das hat der Mitbewerber Matrix Hochtief erreicht, der als einziger der letzten drei im Ausschreibungsverfahren verbliebenen Bieter die Häuser erhalten und sanieren wollte. Er hatte Widerspruch gegen seinen Ausschluss von dem Wettbewerb eingelegt. Der Widerspruch fordert außerdem die Beachtung des Denkmalschutzes.
Da SPD und Grüne zu Abriss und Neubau tendieren, stehen die Chancen für den Erhalt der City-Höfe schlecht. Der stadtentwicklungspolitische Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Dirk Kienscherf, betont zwar, das man sich das Ergebnis des Wettbewerbs genau angucken und untersuchen muss, ob Matrix Hochtief zu Recht ausgeschlossen wurde, outet sich aber auch vorsichtig als Abrissbefürworter. „Wir verschließen uns einem Neubau nicht“, sagt Kienscherf. Er findet, dass die City-Höfe „nicht ausreichen als Eingangstor der Stadt“.

Als Eingangstor ungeeignet


Entschiedene Gegner eines Abrisses sind Jens Meyer (FDP) und Norbert Hackbusch von den Linken. Beide betonen, dass der Denkmalschutz im Wettbewerbsverfahren nicht ausreichend berücksichtigt wurde. „Das Ergebnis impliziert, dass man es mit dem Denkmalschutz nicht so genau nimmt“, so Jens Meyer. Doch gerade die Nähe von zwei Weltkulturerbestätten, dem Kontorhausviertel und der Speicherstadt, verpflichte die Stadt, „besser mit diesem Denkmal umzugehen“.
Norbert Hackbusch bekennt freimütig, dass er zunächst, wie so viele, einem Abriss der City-Höfe nicht abgeneigt war. Bis er entdeckte, dass die Hochhäuser einst ganz in Weiß und sehr schön waren, und er zu dem Schluss kam, dass es der Stadt gegenwärtig nur darum gehe, mit dem Grundstück der City-Höfe viel Geld zu verdienen. „Das ist eine schlechte Entwicklung“, findet Hackbusch, der die bevorstehende Diskussion in der Bürgerschaft als „kleinen Fortschritt“ wertet. Die entscheidende Frage dabei sei: „Was wollen wir an diesem zentralen Ort machen?“
Die CDU hat noch Beratungsbedarf. Aber: „Der Denkmalschutz ist nicht genug berücksichtigt worden“, sagt Bürgerschaftsabgordnete Birgit Stöver.
Sollte der Denkmalschutz aber nicht berücksichtigt werden, droht der Stadt eine Klage durch das vom Wettbewerb ausgeschlossene Unternehmen Matrix Hochtief. „Der Denkmalschutz ist der Maßstab“, bekräftigte Architekt Volkwin Marg, der den Sanierungsplan von Matrix Hochtief entworfen hat, diese Position. „Wenn die Stadt ihn nicht berücksichtigt“, so Marg, „kann jeder Privatmann sein denkmalgeschütztes Haus abreißen lassen.“

Info:
Investor Prien plant laut Geschäftsführer Jan Petersen je ein Drittel Hotel, Büros und Wohnungen, letztere aber nicht als Eigentum. Ins Erdgeschoss könnten Läden und Gastronomie. Abrissbeginn: Anfang 2018, Neubau fertig bis 2021. Es gebe einen Städtebaulichen Wettbewerb mit Juryentscheid. (bcb)
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