Planten un Blomen bald ohne See?

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Der Parksee hat derzeit nur wenig Wasser. Es ist zu großen Teilen Regenwasser des CCH-Geländes Foto: fbt
Hamburg: Planten un Bloomen |

Hamburgs Parkanlage bangt um günstigen Regenwasserzufluss vom CCH-Gelände. Alternativen sind teuer

Von Frank Berno Timm
Hamburg-City

Die Bezirksversammlung Mitte hat jetzt beschlossen, dass das Drainage- und Dachflächenwasser vom Congress Center Hamburg (CCH) weiter in den Teich des Japanischen Gartens und möglichst in den Parksee eingeleitet werden soll. Alles andere, so die Beschlussvorlage, koste eine Menge Geld. Es gibt verschlungene Wege, Treppen bergauf und bergab, Bänke auf der Höhe, exotisch anmutende Pflanzen, Enten und Möwen im Wasser. Planten un Blomen, diese besondere Idylle am Rand der Hamburger Innenstadt, ist auch in der kalten Jahreszeit immer wieder einen Besuch wert. Mancher nutzt das Herbstgrün nur für die Passage, auch das Congress Center Hamburg (CCH) ist direkter Nachbar. In der jüngsten Bezirksversammlung kam ein Beschluss aus dem Hauptausschuss auf den Tisch, in dem zu lesen ist, dass eben jenes CCH seit Jahren einen Teil seines Dachflächen- und Drainagewassers zur Auffüllung des Teichs im Japanischen Garten zur Verfügung stellt. Im Rahmen der Revitalisierung des CCH werde nun der vorhandene Wasserspeicher nebst Pumpe abgerissen und nicht wieder hergestellt. Das trotzdem anfallende Wasser soll ins Mischwassersiel geleitet werden.

Geplante Lösung nicht ökologisch


Die sinnvolle Weiterverwendung des CCH-Wassers spart bisher, wenn man dem Beschlusspapier glauben darf, eine Menge Geld. Die Parkverwaltung kann auf 8.600 Kubikmeter Trinkwasser im Jahr, das 16.000 Euro kosten würde, verzichten. Auch die Einleitungsgebühren ins Siel müssen nicht bezahlt werden – sie sollen bei 1,04 bis 2,09 Euro pro Kubikmeter liegen. Die jetzt geplante Lösung sei „weder ökologisch, noch wirtschaftlich nachhaltig“. Zudem habe die Umweltbehörde klar gestellt, dass die Stadt „weitere Anstrengungen unternehmen müsse, Trinkwasser einzusparen“. Der Park sei sogar bereit, noch größere Mengen Wasser vom CCH abzunehmen und sie für die Auffüllung des Parksees zu verwenden. Dafür fallen nämlich derzeit mehr als 30.000 Euro Kosten an, um 16.700 Kubikmeter zu kaufen. Es werde weiter erforderlich sein, die Verdunstungsmenge des Sees mit Trinkwasser zu ergänzen, die Verdunstung wiederum habe „vor Ort auch positive Effekte auf das Mikroklima der Stadt“. So wie geplant, müssten CCH, Parkverwaltung und Hamburg Wasser mehr Geld aufwenden. Deshalb sei die Wiederherstellung der Zuleitung in den Japanischen Garten und auch eine Erweiterung auf den Parksee gewünscht. Der Hauptausschuss bat nun den Bezirksamtsleiter, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen.
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