Pride Week in Hamburg

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Foto: Bengt Rahr

Politische Forderungen und Spaß

St. Georg. Sie sind lesbisch, schwul, bi- oder transsexuell orientiert, zählen sich zur „LGBT*-Community“. Sie wollen für ihre sexuelle Orientierung nicht länger ausgegrenzt werden.
Und sie lassen nicht nach in ihren Forderungen nach echter Gleichberechtigung. Unter dem Motto „Ehe 2.0 – Nach den Pflichten jetzt die Rechte!“ startet am Sonnabend, 28. Juli die Pride Week 2012 in Hamburg mit einer Eröffnungs-Gala in den „Fliegenden Bauten“. Denn trotz der politischen Motive soll der Spaß nicht zu kurz kommen.
„Wir fordern die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Denn die sogenannte ‚Homo-Ehe‘ ist bislang nichts weiter als eine Worthülse. Sie verschleiert, dass homosexuelle Paare auch heute noch benachteiligt werden. Unterschiede existieren etwa im Adoptions- und Einkommenssteuerrecht“, erklärt Dr. Lars Peters, Vorsitzender des Vereins „Hamburg Pride“, der die Pride Week koordiniert. Die Schirmherrschaft übernehmen Bürgermeister Olaf Scholz und US-Generalkonsulin Inmi K. Patterson. „Die Teilnahme von Frau Patterson war für uns eine große Ehre“, so Lars Peters. „Sie zeigte, dass unsere Forderungen auch in der Politik auf Zustimmung stoßen.“ Das sei immerhin ein wichtiger Schritt für die gesellschaftliche und rechtliche Gleichstellung von Homo-, Bi- und Transsexuellen.
US-Generalkonsulin
Inmi K. Patterson
In ihrem Grußwort betont Inmi K. Patterson, die Gleichbehandlung von Menschen habe schon immer einen hohen Stellenwert in ihrem Leben eingenommen. „Und das schließt auch die ein, die aufgrund ihrer sexuellen Neigung in ihren Rechten beschnitten werden.“ Die US-Generalkonsulin erinnert dabei an die neue Politik unter Präsident Barack Obama und Außenministerin Hillary Clinton. Beide machen sich stark als „Förderer der Gedanken der Gleichbehandlung und dem Schutz der Rechte von LGBT-Menschen“. Dadurch wird die Gleichberechtigung Homosexueller zur wohl wichtigsten Bürgerrechtsfrage in den Vereinigten Staaten – in konservativen Lagern nach wie vor heftig umstritten.
Bürgermeister Olaf Scholz: „Hamburg spielt
Vorreiterrolle“
Hamburgs Bürgermeister betont, dass die Hansestadt ein guter Ort sei, „um für dieses Ziel auf die Straße zu gehen.“ Im Kampf um die Gleichstellung aller Lebensentwürfe habe Hamburg eine „Vorreiterrolle“ eingenommen. „Das als ‚Hamburger Ehe‘ bekannt gewordene Gesetz zur Eintragung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften von 1999 war das erste seiner Art in Deutschland und ein Meilenstein auf dem Weg zum heute bundesweit geltenden Lebenspartnerschaftsgesetz.“ so Olaf Scholz weiter. Heute gehe es um nicht weniger als „die vollständige gesellschaftliche und rechtliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften.“

Veranstaltungen im Pride House
Vor sechs Jahren als Versuchsballon gestartet, hat sich das CVJM-Haus, an der Alster 40, zu guter Hamburger CSD-Tradition etabliert: Als „Pride House“ dient es als zentrale Anlaufstelle, als „schwul-lesbischer Heimathafen“ währden der Pride Week, geöffnet von Sonntag, 29. Juli bis Donnerstag, 2. August. Zahlreiche Workshops, Info-Abende und Podiumsdiskussionen befassen sich in den drei Sälen mit dem diesjährigen Motto: „Ehe 2.0 – nach den Pflichten jetzt die Rechte“.
Das Café hat durchgehend geöffnet. Programm-Highlights: ab Sonntag Ausstellung des weißrussischen Künstlers und Illustratoren Vladiks.
Zudem stellen sich „Pink Channel“ und „Fundyke“ vor: Hamburgs Radios im „Queer Format“. Gefolgt von einem launigen Schlagerabend: „Kann denn Zwitter Sünde sein?“ (wh)
Das ganze Programm: www.hamburg-pride.de
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