Quartier wird aufgepeppt

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Für ein attraktives Nikolai-Quartier: Ingrid Nümann-Seidewinkel (Patriotische Gesellschaft, v.l.), Jutta Blankau (Bausenatorin), Arno Korthase (Grundeigentümer), Hans-Jörg Schmidt-Trenz (Handelskammer) und Bezirksamtsleiter Andy Grote Foto: Hertel

Spatenstich: Bis 2019 schönere Straßen vom Rathaus bis zur Nikolaikirche

Von Michael Hertel
City
Das Nikolai-Quartier, einst Herz der Hansestadt, soll jetzt durch private Initiative vom städtischen Hinterhof zur attraktiven Flaniermeile avancieren. Vor dem Haus der Patriotischen Gesellschaft an der Trostbrücke erfolgte am vergangenen Mittwoch mit Bausenatorin Jutta Blankau der erste Spatenstich für das 15. BID-Projekt in der Hansestadt. Bei sogenannten Business Improvement Districts (übersetzt etwa: Bereichsverbesserung durch die Geschäftswelt) schließen sich Grundeigentümer und Gewerbetreibende zu einer Interessengemeinschaft zusammen und investieren in Abstimmung mit den Behörden privates Geld im öffentlichen Raum.
Beim Nikolai-Quartier zwischen Rathausmarkt und Rödingsmarkt, Alter Wall und Willy-Brandt-Straße gehören neben der Baubehörde vor allem die Handelskammer, 60 anliegende Grundeigentümer, die Otto Wulff BID Gesellschaft als Aufgabenträger und das Bezirksamt Mitte zu den Akteuren. Die gesetzlichen Vorraussetzungen für BID-Projekte hatte die Hansestadt bereits im Jahr 2006 geschaffen.
„Im Nikolai-Quartier realisieren wir das größte BID-Projekt Deutschlands mit einer Fläche von 17 Fußballfeldern. Die Gesamtinvestitionen in dem Viertel belaufen sich auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag“, erklärte Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Hans-Jörg Schmidt-Trenz.
Allein die beteiligten Grundeigentümer investieren 9,3 Mio Euro, davon sechs Millionen im öffentlichen Raum. Hinzu kommen noch erheblich höhere Investitionen im Quartier, die teilweise erst durch das BID-Projekt angestoßen wurden. So entsteht auf dem Gelände des alten Allianz-Hochhauses am Großen Burstah ein ganz neuer Büro- und Wohnkomplex für rund 250 Mio. Euro.

Startpunkt: Trostbrücke


Im eigentlichen BID-Projekt wird zunächst an der Ecke Börsenbrücke/Trostbrücke mit dem Ausbau der Bürgersteige begonnen. Die Fußwege werden verbreitert, das graue Betonpflaster durch helle Granitplatten ersetzt. In insgesamt 14 Bauabschnitten soll das Quartier bis 2019 sein Gesicht verändern. Die entstehenden Flanierzonen ziehen dann nicht nur attraktive Gastronomieangebote sondern auch weitere neue Geschäfte an. Vorgesehen sind auch liebevoll bepflanzte Grüninseln mit Natursteinmauern und zusätzlichen Sitzgelegenheiten etwa im Bereich des Nikolai-Fleets. Der Adolphsplatz vor der Handelskammer wird völlig umgestaltet, der Große Burstah und die Große Johannisstraße grundinstandgesetzt. Etwa 180 Parkplätze fallen der Umgestaltung zum Opfer und werden zum Teil in Tiefgaragen verlegt. Das „Plus an Aufenthaltsqualität“, so Stefan Wulff vom Aufgabenträger Otto Wulff BID GmbH, führt zur Steigerung der Attraktivität des Quartiers und damit auch, so hofft Grundeigentümervertreter Arno Korthase, zu „höherer Besucher- und Kundenfrequenz“. Bausenatorin Blankau hofft, dass über ein attraktiveres Nikolai-Quartier noch mehr Besucher den direkten Fußweg in die HafenCity finden werden.
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