Rast für kleine Flüchtlinge

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Die mobile Kindertagesstätte steht vor dem Hauptbahnhof Foto: wb

Wohlfahrtsverband stellt mobile Kita am Hauptbahnhof auf

St. Georg Seit einer Woche kümmern sich freiwillige Fachkräfte aus Hamburger Kitas um erschöpfte Flüchtlingskinder und Mütter in einer „mobilen Kita“ auf dem Hachmannplatz am Hauptbahnhof. Das beheizte Zelt wurde vom Paritätischen Wohlfahrtsverband für Flüchtlinge aufgestellt, die überwiegend von Hamburg weiter nach Skandinavien reisen wollen. „Diese Menschen brauchen unsere humanitäre Unterstützung, und daher haben wir mehrere Zelte mit Fußböden und Heizungen sowie einen beheizbaren Container organisiert“, sagte Joachim Speicher, Geschäftsführer des Paritätischen Hamburg. Vor allem Kinder bräuchten einen Ort, wo sie spielen und sich ungestört ausruhen könnten, so Speicher. Und die „mobile Kita“ ist ein solcher Rückzugsort. „Dieses Zelt gibt den Kindern zumindest für kurze Zeit die Möglichkeit, ein Stück Normalität und unbeschwerte Kindheit zu erleben“, erklärte Martin Peters, Referent für Frühe Bildung, Betreuung und Erziehung beim Paritätischen Wohlfahrtsverband. Geschützt im Warmen und abseits des Trubels auf dem Bahnhofsvorplatz oder der Wandelhalle können die Kinder malen, puzzeln, basteln und ihrer Fantasie freien Lauf lassen.

Eine Ruhe-Oase zum Abschalten


Auch Mütter kommen im beheizten und trockenen Kita-Zelt für einen Moment lang zur Ruhe. Auf der Wickelkommode können sie ihre Babys mit frischen Windeln versorgen oder sie in einer ruhigen Kuschelecke stillen. Nicht selten nutzen sie das schützende Zelt, um auch selbst ein wenig zu schlafen. „Wir haben Mütter erlebt, die nach einer halben Stunde in einen regelrechten Tiefschlaf gefallen sind, nachdem sie erkannt haben, dass sie im Kita-Zelt sicher sind“, berichtete Peters.
Täglich arbeiten vier ehrenamtliche Erzieherinnen in der Zeit von 10 bis 16 Uhr mit den Flüchtlingskindern. So wie Susanne Koch vom Uhlennudelclub e.V., die die Kita mit aufgebaut haben. „Das Angebot wird sehr gut angenommen. Manchmal sind mehr als 40 Kinder im Zelt, dann wird es schon mal eng – aber wir kriegen das gut hin“, sagt die 47-Jährige.

Kleider und Spielzeug gesucht


Das Kita-Zelt wird täglich gereinigt und desinfiziert. Um die hygienische und medizinische Versorgung weiterhin vor Ort zu gewährleisten, steht der Paritätische Wohlfahrtsverband mit ehrenamtlich engagierten Ärzten, Pflegern und Gesundheitsexperten in Kontakt. Das Engagement soll künftig weiter ausgebaut werden. Eine von Privatpersonen organisierte Helfergruppe kümmert sich ebenfalls um die Flüchtlinge am Hauptbahnhof, organisiert Nahrungsmittel, Kleidung und hilft mit freiwilligen Übersetzern bei der Verständigung. Wer Kleider spenden will, kann diese in den Messehallen abgeben. Babynahrung und Spielzeug nimmt der Paritätische tagsüber gern im blauen Kita-Zelt am Hachmannplatz an. (sos)
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