Restaurierte Bachorgel geweiht

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800 Gemeindemitglieder kamen zum Festgottesdienst mit Orgelweihe. Fotos: Hörmann

Einzigartiges Barockinstrument erstmals in St. Katharinen gespielt

City. Zehn Jahre haben viele Hände an diesem Projekt gearbeitet und nun klingt sie so schön wie sie aussieht: Die neue alte Orgel von St. Katharinen. Bischöfin Kirsten Fehrs weihte in einem Festgottesdienst die detailgetreu rekonstruierte Barockorgel, die 1943 während der „Operation Gomorrah“ im Feuersturm alliierter Bombenangriffe zerstört wurde. „Sie ist ein Geschenk“, sagt Bischöfin Fehrs, „alt und neu vereint sich in 4500 Pfeifen und 61 Registern. Dankbarkeit ist heute die Grundmelodie.“

„Bey einer andächtigen Musique ist allzeit Gott mit seiner Gnaden Gegenwart“,
Johann Sebastian Bach


Die Pfeifen der wunderschönen Orgel haben eine Länge von einem Zentimeter bis über zehn Meter. Johann Sebastian Bach hatte auf dem Originalinstrument im Jahre 1720 ein Konzert gegeben und es als „ein in allen Stücken vortreffliches Werk“ bezeichnet. Unter dem Motto „Eine Orgel für Bach“ haben seit 2005 Hunderte Spender für insgesamt 3,2 Millionen Euro ermöglicht, dass die Orgel restauriert wurde – ein weltweit einzigartiges Orgelprojekt. Nie zuvor wurde ein Instrument dieser Größe und Bedeutung detailgetreu an seinem ursprünglichen Standort wiederaufgebaut.

Beteiligte Handwerker waren anwesend


Das Wunder vollbracht hat die niederländische Orgelbaufirma Flentrop mit Hilfe von 520 im Krieg ausgelagerten historischen Pfeifen, mit alten Dokumenten und Fotos und mit hervorragender historischer Handwerkskunst. Die handgeschnitzten Figuren des Gehäuses fertigte die süddeutsche Holzbildhauerin Christiane Sandler. Viele Handwerker, die an diesem einzigartigen Projekt mitgeholfen haben, waren am Sonntag beim Festgottesdienst in der Kirche. Entsprechend der Tradition der Orgelbauer erhielten sie von Hauptpastorin Ulrike Murmann Wein – allerdings nicht nach Handwerkersitte so viel wie in alle Pfeifen passt, sondern in der zeitgemäßen Version 2013: ein Fläschchen mit einem guten Tropfen und einem Buch über die Zerstörung und den Wiederaufbau der Hauptkirche St. Katharinen. Mehr als 800 Menschen erfreuten sich mit ihnen an dem schönen Klang, den ihre Handwerkskunst ermöglicht hat. Ein Gefühl der Freude machte sich breit im Publikum, der berühmteste Musiker, der jemals in St. Katharinen Orgel gespielt hat, beschrieb es einst in seiner Bibel so: „Bey einer andächtigen Musique ist allzeit Gott mit seiner Gnaden Gegenwart“ Johann Sebastian Bach. Der Komponist der schönsten Kirchenmusik hätte an dieser Orgel sicher wieder seine Freude gehabt. (sh)
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