Sehenswerter König der Plüschmonster

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Max (Pascal Houdus) wird in seiner Phantasie der König einer Schar von Monstern Foto: Krafft Angerer

„Bei den wilden Kerlen“: Thalia Theater adaptiert Bilderbuch für die Bühne

City. Max schlägt über die Stränge, weiß nicht wohin mit seinen Kräften, kommt in seiner Patchworkfamilie mit überlasteter Mutter, deren dämlichen Freund und einer älteren, 14-jährigen Schwester, nicht mehr zurecht. Er bezeichnet sich selbst als einsamen, hungrigen Wolf und kleidet sich daher in ein Wolfskostüm.
Christina Rasts Inszenierung „Bei den wilden Kerlen“ im Thalia Theater nach dem Roman von Dave Eggers fußt auf dem erst umstrittenen und erfolgreichen Bilderbuch „Wo die wilden Kerle wohnen“ von Maurice Sendak aus dem Jahre 1963.
Da krabbelt Max im weißen Pelz, eben immer auch noch unschuldiges Kind, aus einer Klappe. Er knutscht seine telefonierende Mutter, ärgert deren Freund und verwüstet das Zimmer seiner Schwester, weil die nicht mehr mit ihm spielen will. Zur Strafe muss er sofort ins Bett und träumt sich auf eine Phatasie-Insel, die von Monstern bewohnt wird. Kurz bevor die ihn verspeisen, prahlt Max mit allerlei Fähigkeiten - mit der Folge, dass er von den schaurig anzusehenden Bewohnern zu ihrem König bestimmt wird. Seine sieben zotteligen Untertanen mit riesigen Krallen, Hörnern und großen Mäulern entpuppen sich allerdings als ganz liebenswerte, mit nur allzu menschlichen Schwächen behaftete Zeitgenossen, die genauso einsam sind wie Max.
Der freundet sich mit einigen an und gerät prompt in ein Geflecht von Zuneigung, Vertrauen, Missgunst und Eifersucht. Max lernt für eine Gemeinschaft zu handeln und die Konsequenzen zu tragen, kann auch seine Wildheit ausleben.
Die Schwestern Christina (Regie) und Franziska (Bühnenbild) Rast, die bereits im vergangenen Jahr Cornelia Funkes „Geistesritter“ für das Thalia Theater erarbeiteten, haben eine unterhaltsame und anregende Geschichte für Menschen ab sieben Jahren aufwändig, aber nie effektheischend mit bewährt guten Thalia-Schauspielern auf die Bühne gebracht. Souverän im Mittelpunkt: Pascal Houdus als Max. Ein 80-minütiges, sehenswertes Spektakel für Jung und Alt. (ch)
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