Sie hüten den Helmuth Hübener Gang

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Ive Hauswald und die Kids der Kita Greifswalder Straße pflegen ein Juwel Foto: Grell

Ive Hauswald und die Kids der Kita Greifswalder Straße pflegen ein Juwel

St.Georg. Ive Hauswald ist pensionierter Lehrer. Irgendwann wollte er mehr tun als seinen Ruhestand genießen. Damals las er in der Wandsbeker Ausgabe des Hamburger WochenBlatt den Aufruf eines Eilbeker Seniorenbüros, das für privates Engagment warb. Daraus entstand eine Zusammenarbeit mit den Kids vom Kindergarten Greifswalder Straße. Und die haben jetzt einen Garten ganz oben auf dem Kita-Dach. Frühkartoffeln, Petersilie und Tulpen wachsen dort, wo der Lärm des Hauptbahnhofes gut zu hören ist. Ein kleines Idyll für Kinder, die mitten in der Stadt aufwachsen und in den seltensten Fällen einen eigenen Garten besitzen.
Die Idee zu diesem Projekt hatte Kita-Leiter Arne Ladda vor etwa fünf Jahren, als er sich fragte, was aus einer so großen Dachterrasse alles gemacht werden könnte. Über 600 Quadratmeter groß lag hier eine Fläche vor ihm, die zu vielen Einfällen inspirierte. Mit Spendengeldern wurde damals zunächst die viel zu niedrige Brüstung aufgestockt und im Anschluss mit der Unterstützung der ehrenamtlichen Helfers Ive Hauswald und Birgit Struck ein Gartenprojekt erarbeitet, das bis heute für 120 Kinder eine Grünfläche zum eigenen Gestalten bietet. Hochbeete und ein kleines Gewächshaus sind der ganze Stolz der Kids, die hier alle Pflanzen kennen und auch genau wissen, wie das Wasser aus der Gießkanne auf die jungen Pflanzen fallen soll.
„Hier soll immer etwas blühen und geerntet werden können“, beschreibt Ive Hauswald seine Vorstellung von dem Naturprojekt. Vor allem die Vorschulklassen kommen mit ihm an jedem Dienstag zum gemeinsamen Gärtnern hierher. Im Herbst werden dann Kürbis, Zucchini und Kartoffeln geerntet und „die sind richtig groß“, zeigen die Kids mit den Händen. „Bevor es damals mit dem Garten auf dem Dach losgehen konnte, mussten allerdings zunächst Gelder beantragt werden“, erinnert Arne Ladda die Anfänge des Naturprojektes. Da die Kinder aber unbedingt schon vor dem Okay der Behörden loslegen wollten, begann ihre kreative Phase dann am Grünstreifen neben dem Helmuth Hübener Gang, der die Lange Reihe mit dem Hansaplatz verbindet und auch Eingang zum Kitagebäude ist. Damals noch von Hunden verdreckt, ist der kleine Fußgängerweg heute die Vorzeigestraße im Viertel. Jeder kennt ihn, den Gang, der stets frisch geharkt und bunt bepflanzt ist.
Schilder schützen ihr Werk
Nur hier stehen dann auch die selbstgemalten Schilder der Kids, die das Bezirksamt finanziert hat. Ohne Worte wird auf den Zeichnungen schnell klar, was die Kita-Kinder sich für ihren Helmuth Hübener Gang wünschen. „Hunde sollen hier nicht hinpischen und keiner darf Müll auf die Blumen werfen“, erklären die Vorschüler, die sich für diesen Grünstreifen verantwortlich fühlen und die dem Stadtteil einen ganz besonderen Ort gegeben haben. (kg)
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