Spitzen-Werte gemessen

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Mit der Wetterstation an der Spitze des Nikolaikirchturms kann das Stadtklima genauer bestimmt werden Foto: CEN, Universität Hamburg

Auf dem Turm der St.-Nikolai-Ruine (147 m) gibt‘s jetzt eine Wetterstation

Von Christian Hanke
City
Seit dem gestrigen Dienstag (5. Mai) ist der Nikolai-Kirchturm am Hopfenmarkt jetzt auch Wetterstation. Die Sanierung des Turms der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kirche und die damit verbundene Einrüstung ermöglichte die Befestigung eines Ultraschall-Windmessers am Turmkreuz. Dieses Windmessgerät, ein so genanntes Anemometer, nimmt 20 Messungen pro Sekunde auf und kann neben der Windgeschwindigkeit auch die Richtung und die Temperatur des Windes erfassen. Die Höhe und die Form des Nikolaikirchturms sowie seine Lage im Zentrum der Stadt machen ihn für diese Messungen besonders geeignet.

Zweithöchstes Gebäude der Stadt


Er ist mit 147 Metern das zweithöchste Gebäude Hamburgs nach dem Fernsehturm. Da er schlank und spitz ist, werden die Messungen nicht verfälscht, wie es bei einem mächtigen, klobigen Turm der Fall wäre. „Für uns ist das eine einzigartige Gelegenheit. Wir können nun mitten in Hamburg, jedoch ungestört vom Einfluss einzelner Gebäude, wichtige Messdaten zum Stadtklima gewinnen“, freut sich der Metereologie-Professor Felix Ament vom Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit (CEN) der Universität Hamburg. Die Wetterforscher wollen außerdem sieben kombinierte Temperatur-Feuchtsensoren in verschiedenen Höhen des Turms installieren, die Messpunkten am Wettermast Billwerder entsprechen. Dadurch wird ein Vergleich der Temperatur- und Feuchtprofile im Zentrum mit dem Rand der Stadt möglich. „Die hier gewonnenen Daten werden die Stadtklimaforschung deutlich voranbringen“, erläutert Ament. Die Daten, so der Professor, nützten auch Experimenten im Windkanal des Metereologischen Instituts. Und schließlich tragen die Erkenntnisse zur Sicherheit der Bauarbeiter während der Sanierung des Kirchturms bei.
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