St. Georg 45

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Stefanie Czechl im Bezirksamt nahm die Unterschriftenliste der Protestler aus St. Georg entgegen. Zur Übergabe war Michael Joho, der erste Vorsitzende des Einwohnervereinsgekommen. Foto: kg

Jetzt wird es ernst

St. Georg. Der Stadtteilbeirat, der Einwohnerverein, sowie zahlreiche betroffene Mieter und Eigentümer lehnen den Bebauungsplan St. Georg 45 ab. Zu diesem Anlass hat der erste Vorsitzende des Einwohnervereins, Michael Joho, jetzt Unterschriftenlisten im Bezirksamt eingereicht, die den massiven Prostest unterstreichen sollen. „Wir werfen dem Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung vor, uns unvollständig und irreführend informiert zu haben“, so die Protestler. Die Allianz habe hier allein durch die Genehmigung des Bauplanes einen Wertzuwachs des Grundstückes von mehreren Millionen Euro erzielt, ohne dass die Stadt eine Gewinnabschöpfung zugunsten von Stadtteilbezogenen Projekten vereinbart hat.
Wo durch Investoren Hotels entstehen, Tiefgaragen geplant werden könnten, Kulissen zerstört werden und große Bäume geopfert werden müssten, fordern die Gegner der Bebauungspläne in St. Georg familienfreundliche Wohnungen, von denen es immer weniger im Stadtteil gibt. Viele Familien zwängen sich immer noch einmal auf dem Platz, der ihnen zur Verfügung steht zusammen, auch dann, wenn das zweite oder dritte Kind da ist, weil sie nicht aus dem Stadtteil wegziehen wollen. „Was nützen uns Hotels, wenn wir selber keine Wohnungen im Stadtteil finden“ beklagt sich eine Mutter von fünf Kindern, für die es hier fast unmöglich geworden ist eine Bleibe zu finden. Noch vor fünf Jahren sei es weniger schwierig gewesen, eine neue Wohnung zu finden, berichtet ein ehemaliger Bewohner aus der Gurlittstraße, der jetzt am Steindamm wohnt. Sein Wohnhaus sei damals auf dubiose Weise von Brandanschlägen betroffen gewesen. Wo heute ein Neubau in den Himmel ragt und junge Mieter in schicken Eigentumswohnungen leben, seien damals viele ältere Menschen ansässig gewesen, die nun zunehmend aus dem Stadtteil vertrieben werden. Wer heute in St. Georg Mieter werden möchte, muss überteuerte Quadratmeterpreise in Kauf nehmen oder sich mit wenig Wohnraum zufrieden geben. Sogar Kellergeschosse werden bereits zu kleinen Wohnungen umfunktioniert und zu hohen Preisen vermietet. St. Georg ist zu einem Stadtteil geworden, auf den es alle Investoren abgesehen haben. Zulasten der Mieter und des Stadtbildes, die hier beide auf der Strecke bleiben (kg)
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