„St. Georg ist so Brooklyn“

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Modeblogger Fabian Hart interpretiert Moden und andere Ausdrucksmedien Foto: Roman Rätzke

Fabian Hart ist erfolgreicher Mode-Blogger und lebt gerne im Stadtteil

Von Thore Albertsen
St. Georg
Basecap, Jeansjacke, navyblaues Shirt, Sneakers – Fabian Hart wirkt nicht, wie man sich Modeblogger vorstellt, und doch zählt er zu den erfolgreichsten Online-Fashion-Experten Deutschlands. Über 70.000 Besucher lesen monatlich sein Blog www.fabianhart.com, auf dem er „Moden und andere Ausdrucksmedien“ kommentiert.

Über 70.000 Besucher im Monat


Große Firmen wie ein namhafter Anbieter für Rasierklingen haben dieses Potenzial längst erkannt und arbeiten mit ihm zusammen. Dass er einmal hauptberuflich als Modeblogger tätig sein würde, hätte der Wahlhamburger, der aus Baden-Baden stammt, dabei nie gedacht. „Das hat sich einfach so ergeben“, erklärt er.
Fabian Hart, der im Offline-Leben Fabian Kölmel heißt, kam für sein Journalismusstudium mit Schwerpunkt Medienkommunikation in die Hansestadt.
Durch eine Dozentin, die gelegentlich für die „FHM Collections“, ein Männer-Lifestyle-Magazin, arbeitete, bekam er die Chance selbst dort eine Kolumne zu verfassen – Thema: Männer und Beauty. Seitdem schrieb er für bekannte Modemagazine wie „GQ“, „Gala“, das Indiemagazin TUSH oder die Onlineseite von „Vogue“. Die Gründung seines Blogs fand nebenbei statt.

Ideen sammeln und entwickeln


„Ich habe eine Plattform gesucht, auf der ich Ideen für meine nächsten Texte als freier Redakteur sammeln und entwickeln konnte, ein Blog bot sich da einfach an“, erklärt der 30-Jährige. Seine Inspirationen bekommt er durch Recherche im Internet, durch Pressekontakte oder aus dem Alltag. Dabei schaffen es nur die Themen ins Internet, die ihn persönlich ansprechen. „Das Gute ist, dass ich meine eigene Zielgruppe bin. Ich schreibe für Männer zwischen Anfang 20 und Ende 30, die keine Lust auf den klassischen Alltagsmode-Input haben.“
Vor einem Jahr beschloss er sich nur noch auf seinen Blog zu konzentrieren. Jetzt steckt der Autor fast seine ganze Zeit in die Kreation seiner Beiträge, sogenannten Posts. Ein bis zwei Tage kann einer da schon mal in Anspruch nehmen.
Der Erfolg gibt ihm Recht. „Ich kann gut von dem leben, was ich als Vollzeitblogger verdiene“, erklärt er. Geld verdient er über Werbung und Kooperationen, die er nur dann eingeht, wenn sie genau in sein Konzept passen. Sein Arbeitsalltag als Blogger unterscheidet sich dabei nicht sehr von dem eines klassischen Redakteurs. „Aufstehen, Kaffee in der Langen Reihe holen, E-Mails beantworten, Beiträge fertig machen, Fotografieren, Nachbearbeitung – der Job nimmt viel Zeit in Anspruch. Es ist einfach mehr als ein Bild bei Instagram hochzuladen“, erklärt er. Nebenbei ist er Dozent für Fashion und Social Media an der Akademie für Mode & Design.


St. Georg als Stadtteil der Extreme


Wie andere Blogger in das Modemekka Berlin zu gehen, kam für Fabian Hart nie in Frage. Zu sehr genießt er das Leben in Hamburg und vor allem in seinem Lieblingsstadtteil St. Georg.
„Ich mag die Extreme hier. Auf der einen Seite gibt es die gentrifizierte Lange Reihe, die schon einen gewissen Style hat, auf der anderen Seite haben wir ein kleines Südostanatolien auf dem Steindamm, wo ich sehr gern einkaufe und essen gehe. Außerdem liebe ich die idyllische Alster und den Hansaplatz, der noch nicht so touristisch ist. St. Georg ist einfach so Brooklyn“, erklärt der 30-Jährige.
Wo er mit seinem Blog noch hin will, weiß der Blogger selbst noch nicht. Nur eins ist sicher: In St. Georg wird er erst mal bleiben.

Modeblogger Fabian Hart
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