St. Georg: Kein Bier am nächsten Kiosk

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Der Hansabrunnen ohne Trinker – darauf hoffen viele der Anwohner, die sich oft durch den Lärm gestört fühlen Foto: Grell

Bezirksamtsleiter will den Alkoholverkauf rund um Trinker-Brennpunkte in Hamburg-Mitte einschränken

Von Karen Grell
St. Georg
Anwohner und Passanten fühlen sich in St. Georg und rund um den Hauptbahnhof von den vielen Alkoholisierten gestört. Diese seien laut, würden öffentlich urinieren und sollten am liebsten aus dem Stadtteil verschwinden. Jetzt will sich Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (SPD) für ein Alkoholverkaufsverbot einsetzen. Um die Lage in den Griff zu bekommen, wurden bereits verschiedene Versuche gestartet (das Wochenblatt berichtete). Der Hansaplatz sollte beispielsweise durch Veranstaltungen und einen Wochenmarkt belebt werden. Obdachlosen und Trinkern wurde am Hauptbahnhof ein Verbot des Aufenthalts ausgesprochen. Keine dieser Maßnahmen habe bisher ein zufriedenstellendes Ergebnis gebracht, meinen Anwohner, denn immer noch sitzen am Abend bis zu 30 Angetrunkene mit Flasche in den Händen rund um den Hansabrunnen.

Gesetzesänderung notwendig


Auf dem Kiez in St. Pauli und in St. Georg könnte der Verkauf von Alkohol in Kiosken nun bald verboten werden. Doch dafür bedürfe es einer Gesetzesänderung, die von der Bürgerschaft beschlossen werden müsste, so die Aussagen der Bürgerschaft. Hamburger Kioske dürfen bisher 24 Stunden am Tag Alkohol verkaufen, außer an Feiertagen. Dies möchte Bezirksamtsleiter Falko Droßmann nun ändern, ein Alkoholverkaufsverbot soll her. Besonders die Kioske rund um den Hansaplatz sind beliebter Treffpunkt für Trinker und Jugendliche. Alkohol werde dort gekauft und auch gleich konsumiert.

Anwohner klagen über Trinkerszene


Michael Schulz, Leiter des Vor-Ort-Büros, der den Platz den ganzen Tag beobachten kann, sieht den neuen Plänen skeptisch entgegen: „Wenn hier kein Alkohol mehr verkauft wird, gibt es ein paar Meter weiter einen Supermarkt“, so Schulz. Die Alkoholkonsumierenden werde das Verbot nicht von ihrem Vorhaben abhalten. Die Anwohner rund um den Hansaplatz und auch in Hauptbahnhofsnähe klagen seit Jahren über den Lärm, der durch die typischen Eskalationen entsteht, wenn Menschen unter Alkoholeinfluss stehen. Ob das Verkaufsverbot die Situation ändern würde steht nun zur Diskussion.

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1 Kommentar
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Kurt Hoffmann aus Hamm | 30.11.2016 | 11:01  
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