Stress in der Lindenstraße

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Dichtes Gedränge herrscht derzeit häufig in der Lindenstraße Foto: Grell

Anwohner: Sperrung am Berliner Tor belastet uns

Von Karen Grell
St. Georg. Die Lindenstraße östlich des Steindamms in St. Georg gehört zu den verkehrsberuhigten Bereichen der Stadt, eine Tempo-30-Zone. Theoretisch. Jetzt ist sie durch die Sperrung der Straße Berliner Tor zur Durchgangsstraße geworden. „Wir sind total genervt von den vielen Autofahrern, die ständig auf die Hupe drücken“, reklamiert ein Anwohner, der nachts keine Ruhe mehr findet. Ein paar kleine Läden, wenige Wohnhäuser im Altbaustil und ein Supermarkt haben die Lindenstraße zu einer beliebten Gegend im Viertel gemacht, in der es sich bis vor Kurzem, trotz der zentralen Lage, gut leben ließ. Nur an den Sonnabenden herrscht meist großer Andrang. Dann ist die Straße schon mal zugeparkt. Dass seit der Straßensperrung zugunsten der Erweiterung des Lohmühlenparks gerade die enge Lindenstraße leiden soll, das sehen auch Baldomero Fernandez und Maria Teresa Domingues vom ansässigen Reisebüro nicht ein. „Es gibt keine Parkplätze mehr, es wird ununterbrochen gehupt und wir verlieren so unsere Kunden“, beklagen sich die Besitzer des Ladens, die hier seit 46 Jahren ansässig sind. „Was nützt mir ein großer Park zur Erholung“, fragt sich Werner B., „wenn ich nachts nicht mehr schlafen kann.“ Er will jetzt Unterschriften sammeln, um sich gegen Zustand zu wehren.
Das Verkehrsaufkommen in der Lindenstraße schätzen die Befragten dort auf mindestens doppelt so hoch ein wie vor der Sperrung. Hinzu kommen die illegalen Linksabbieger, die jetzt vom Steindamm in die Lindenstaße einbiegen, trotz durchgezogener Linie. Baldomero Fernandez und Maria Teresa Domingues befürchten ein höheres Unfallrisiko für Autofahrer und Fußgänger an dieser Stelle. Die Polizei hat wenige Tage nach der Sperrung der Straße Berliner Tor keine Daten vorliegen. Das Bezirksamt wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Die Anwohner wünschen sich eine Umwandlung zur Einbahnstraße, um zumindest nur aus einer Richtung mit zusätzlichen Belastungen rechnen zu müssen und mehr Rücksichtnahme der Autofahrer. „Nicht jeder, der ein paar Minuten im Stau steht, muss das durch lautes Hupen kundtun“, findet Maria Teresa Domingues. Die Sperrung der Straße Berliner Tor soll voraussichtlich bis 2. November dauern. Bis dahin gibt es Stress in der Lindenstraße. (kg)
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1 Kommentar
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Max Muster aus Harvestehude | 16.12.2013 | 11:12  
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