U-Boot auf der Alster

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U-Pooly: Gesichtet am Alsterufer bei Bodos Bootssteg. Foto: Haas
 
„Am Anfang war die Schnapsidee“: Sponsor Marc Aberle, Techniker Sven Ole Krämer und der Kreative Reinhard Crasemann (v. li.).

Ungewöhnliches Treetboot sorgt für Aufregung

Von Waltraut Haas
Alster. Zunächst staunte Polizeioberkommissar Walter Dieckmann über seine Entdeckung während des Triathlons am vergangenen Wochenende, als er die Absperrung der Binnenalster inspizierte: „U-Boot voraus!“ Weisungsgemäß muss die Wasserschutzpolizei unbekannte Wasserfahrzeuge grundsätzlich überprüfen. Das vermeintliche U-Boot „U-Pooly“ wurde also zunächst aufgebracht, bei einer eingehenden Überprüfung jedoch schnell enttarnt: Es handelte stellte sich um ein als U-Bootsturm konstruiertes Tretboot. „Wir haben die Schiffssicherheit eingehend überprüft. Der aufgesetzte U-Boot-Turm ist aus Sperrholz. Zur Stabilisierung wurden Balaststofftanks eingebaut. Das Boot ist grundsolide, sogar mit Positionsleuchten ausgestattet.“ erklärte Dieckmann schmunzelnd. Die drei Bootsführer hätten zudem einen kompetenten Eindruck gemacht. Nur motorgetriebene Boote brauchen eine spezielle Genehmigung der Wasserbehörde. Dieses Boot wird jedoch mit reiner Pedalkraft angetrieben.
Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Geschichte vom U-Boot-Fake in den vergangenen Tagen. Neugierig schauten sich Passanten das Ungetüm bei Bodos Bootssteg an. Was treibt bloß waschechte Hamburger Jungs – alle wohnen rund um die Alster – zu solch einer Konstruktion?
„Anfangs war es nur eine Idee: Wir brauchen ein Boot.“ erklärt Reinhard Crasemann (45), beruflich stark eingespannt als Geschäftsführer einer Werbeagentur. Mit von der Partie: seine langjährigen Freunde Sven Ole Krämer und Marc Aberle, beide sind 46 und selbständige Kaufleute. Die drei Familienväter wollten sich in der Freizeit wieder öfter auf ein Bierchen treffen, auch eine sportliche Note sollten diese Treffen unter Männern haben.
Ein Segelboot wurde schnell verworfen: „Geht nicht. Zu viel Tüdelkram, bis man endlich startklar ist. Ein Tretboot fanden wir zwar besser, aber zuerst auch irgendwie langweilig.“ erzählt Sven Ole Krämer. Reinhard Crasemann, der Kreative im Team, schlug dann ein U-Boot vor. „Geht nicht.“ kommentierten die Freunde. Bis Sven-Ole Krämer ihnen eine neue Idee – technisch ausgereift – präsentierte: Zum Neubau eines Tretboots, das aussieht wie ein U-Bootsturm, angetrieben über Pedalkraft und fortbewegt nicht durch Schaufelantrieb, wie bei Tretbooten üblich, sondern durch einen Propellerantrieb. „Geht nicht!“ war wieder der Kommentar der beiden anderen. Bis Marc Aberle, doch wieder fasziniert von der Idee, das Sponsoring übernahm und einen Finkenwerder Bootsbauer beauftragte. Dessen erster Kommentar wiederum: „Geht nicht!“ Bevor er sich dann doch an die Kontruktion machte. „Acht Wochen haben wir gebraucht von der bierseligen Idee Anfang Mai bis zu ihrer Realisierung.“ rechnet Reinhard Crasemann vor. „Und dabei stand es jedes Mal zwei gegen einen.“
Inzwischen sei der große Freundeskreis angetan von U-Pooly. „Aber das Boot ist doch nur für uns drei konstruiert. Deshalb kam uns die nächste Idee: Wir machen aus U-Pooly ein Kunstprojekt.“ so Crasemann weiter, immer den Schalk im Nacken.
„Und zwar machen wir Kunst aus Gedanken.“ Immerhin: Wer sieht, wo U-Pooly demnächst auftaucht, trete mit dem Trio doch in gedankliche Verbindung. Zum Beweis können Fotos gepostet werden. (wh)

Geht nicht? Geht doch: auf Facebook oder Twitter unter http://www.u-pooly.de
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