Verkehrsunfälle: Hier kracht es am häufigsten

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Der Kampf um die Parkplätze machte den Hachmannplatz 2012 zu einem UnfallschwerpunktFoto: Hanke

Anfrage der Grünen brachte es an den Tag: Heuss- und Hachmannplatz vorne

St. Georg/City. Auf dem Hachmannplatz am Hauptbahnhof kracht´s am zweithäufigsten in Hamburg. In einer Auswertung
von 1174 Unfallhäufungsstellen in Hamburg für 2012 liegt der Platz auf der St. Georger Seite des Hauptbahnhofs auf Platz zwei. 104 Unfälle mit 207 Beteiligten ereigneten sich hier vor zwei Jahren, allesamt Kraftfahrzeuge, die vor allem im Bereich des ruhenden Verkehrs aneinandergerieten. Hier befindet sich der große Parkplatz vor dem Hauptbahnhof.

Unübersichtlichkeit

Till Steffen, der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, der die Unfallergebnisse durch eine Große Anfrage an den Senat herausbekommen hat, hält die Unübersichtlichkeit verschiedener Verkehrswege und Abbiegemöglichkeiten für das Hauptproblem des Hachmannplatzes. „Da kommt´s leicht zum großen Kuddelmuddel. Ich hatte auch schon Schwierigkeiten die Kirchenallee zum Hachmannplatz sicher zu überqueren“, erzählt Steffen.
Norbert Klimmek, Leiter der Verkehrsabteilungen der Polizeikommissariate 11 (St. Georg) und 14 (Innenstadt). kann das bestätigen. Auffahrunfälle verursachten am Hachmannplatz die meisten Blechschäden - allerdings kaum Personenschäden.
Die Hauptursache für die Unfälle an den großen Kreuzungen hat Steffen ausgemacht: „Es ist ja auffällig, dass es gerade an den Kreuzungen, an denen große Durchgangsstraßen aufeinandertreffen, am häufigsten kracht. Hier fahren die Autos zu oft mit überhöhter Geschwindigkeit.“ Steffen und die Grünen plädieren daher für häufigere Geschwindigkeitskontrollen - so wie den Blitzmarathon, bei dem an mehreren Kreuzungen in Hamburg zeitgleich kontrolliert wurde

Die Crash-Kreuzungen

Im Innenstadtbereich und Umgebung ereigneten sich 2012 mit großem Abstand die meisten Verkehrsunfälle. Der Theodor-Heuss-Platz am Dammtorbahnhof liegt mit 148 Unfällen und 301 Beteiligten an der Spitze. Danach folgen mit Hachmann- und Deichtorplatz zwei Unfallhäufungsstellen im unmittelbaren Citybereich. Auf dem Deichtorplatz am südlichen Ende des Wallringtunnels krachte es 99 mal. 202 Verkehrsteilnehmer waren beteiligt, meist Autos, nur zwei Rad- und ein Kradfahrer.
Ganz vorn dabei (Platz fünf) war auch das andere Ende des Wallringtunnels, die Kreuzung Ballindamm / Ferdinandstor / Glockengießerwall. Hier gab es 90 Unfälle mit 183 Beteiligten, davon neun Rad- und drei Kradfahrer sowie zwei Fußgänger. Auch die sich anschließende Lombardsbrücke taucht in der Statistik auf (78 Unfälle mit 163 Beteiligten). Dort waren das Nebeineinanderfahren und zu geringer Abstand die häufigsten Unfallursachen.
Auffällig ist in einer weiteren Statistik, in der die Polizei die Verkehrsunfälle „mit Personenschäden“ für drei Jahre (2010, bis 2012) aufgelistet hat, dass hier im Citybereich die Kreuzung Ballindamm / Ferdinandstor mit 46 Unfällen vorn liegt (99 Beteiligte), gefolgt von der Lombardsbrücke (32 Unfälle mit 72 Beteiligten) und dem Deichtorplatz (31 Unfälle mit 61 Beteiligten). Am Hachmannplatz gab es nur drei Unfällen mit acht Beteiligten. Die Polizei will nun die Kreuzungen an den Enden des Wallringtunnels umbauen lassen. An der Kreuzung Ballindamm / Ferdinandstor soll die Einfahrt aus dem Ferdinandstor in die Lombarsbrücke übersichtlicher werden. „Am Deichtorplatz wird es schwierig“, so Klimmek. Hier werde frühestens 2016/17 gebaut. Für den Hachmannplatz hat er keine Verbesserungsvorschläge. Der Platz stelle mit seiner eigenen Problematik beim ruhenden Verkehr einen Sonderfall dar. (ch)
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