Voller Einsatz für den Klang in Hamburg

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Die Harfe zählt bei den jungen Besuchern des Klingenden Museums zu den Favoriten
 
Für das Spielen der Tuba heißt es: tief Luftholen Fotos (2): Karin Gerdes/wb

Die Welt der Töne für Schulklassen und Familien: Klingendes Museum besteht seit 25 Jahren

Hamburg. „Pssst.“ Es wird ganz still, als die Kinder der Klasse 6c aus Elmshorn das Klingende Museum in der Laeiszhalle betreten, sie kommen durch den Künstlereingang, wie die Profis, die vielleicht im Großen Saal gerade proben.
Die Instrumente für sie sind schon ordentlich aufgebaut: Vom Alphorn bis zur Piccoloflöte ist alles dabei, was es auch in einem richtige Orchester zu hören gibt. Und gleich dürfen die Kinder selbst ran, aber erst einmal heißt es „gewusst wie“, denn es ist gar nicht so einfach, Instrumenten wie der Posaune oder der Tuba einen Ton zu entlocken.
Die Einführung gibt Musikpädagoge Matthias Peisker: „Nehmt beide Hände, um sie zu halten“, rät er. Sein Kollege Bernhard Crass erklärt, wie man den Ton erzeugt und macht es gleich vor: „Schnaubt mal alle wie ein Pferd.“ Und schon geht es los: Die kleine Helena schnappt sich das größte Instrument: das Alphorn. Erstaunlich: Sie schafft es tatsächlich, einen Ton zu erzeugen.

Die Kinder blasen und tuten, spitzen die Lippen oder ziehen sie breit wie bei einem Grinsen – genau wie die Experten es ihnen vorher gezeigt haben. Furore machen auch die Harfe und natürlich das Schlagzeug. Gemeinsam mit Bongos und anderen Schlaginstrumenten trommeln die Kinder zusammen mit Matthias Peisker sogar ein kleines rhythmisches Stück. Die 6c ist mir Feuereifer dabei. Genau so hat sich das Gerd Albrecht, der im Februar verstorbene Gründer des Klingenden Museums und langjährige Generalmusikdirektor der Hamburger Staatsoper bestimmt damals vorgestellt, als er vor 25 Jahren das weltweit erste Instrumentenmuseum „zum Anfassen“ aus der Taufe hob.
Das Klingende Museum möchte über das Ausprobieren und Begreifen von Orchesterinstrument insbesondere jungen Menschen einen unkomplizierten Zugang zu eigenem Musizieren verschaffen und sie für klassische Musik begeistern.

Über 400 Instrumente zum Anfassen

Dafür stehen insgesamt mehr als 400 Zupf-, Streich-, Holzblas-, Blechblas- und Perkussionsinstrumente zum Ausprobieren bereit. Die Leiterin des Klingenden Museums, Bettina Fellinger, freut sich immer wieder über leuchtende Kinderaugen: „Es macht einfach Freude, zu sehen, wie die Kinder die Instrumente und ihren Klang spüren, zum Beispiel, wenn man in die Tuba bläst und da kommt plötzlich ein riesiger Ton heraus.“ Inzwischen besuchen 12.000 Menschen jährlich das Klingende Museum, darunter 8000 Kinder, die meisten kommen mit ihrer Schulklasse. Zum Beispiel im Rahmen des Musikunterrichts, wie auch die 6c aus Elmshorn.

„Es macht einfach Freude, zu sehen, wie die Kinder die Instrumente und ihren Klang spüren, zum Beispiel, wenn man in die Tuba bläst und da kommt plötzlich ein riesiger Ton heraus.“ Bettina Fellinger

Musiklehrerin Katharina Lawrenz findet das Angebot einfach toll: „Wir kommen jedes Jahr mit unseren fünften und sechsten Klassen hierher“, sagt die Pädagogin, „die Kinder können körperlich fühlen, was es heißt, einen Ton zu erzeugen, die Sinne werden geschult und sie können ohne Scheu jedes Instrument ausprobieren.“ Die Erfahrungen aus dem Klingenden Museum werden hinterher im Musikunterricht in der Instrumentenkunde vertieft. Es kommt auch vor, dass Kinder „ihr“ Instrument finden und es erlernen möchten. Ein Kandidat für Schlagzeug wäre zum Beispiel Hannes, er war zusammen mit Til der erste, der es an diesem Tag ausprobieren durfte. Für Til stand danach sofort fest: „Wir waren die besten“, und Hannes wollte am liebsten gar nicht mehr aufhören: „Ich würde so gern noch ein bisschen länger spielen“. Vielleicht beim nächsten Besuch im Klingenden Museum. (sh)

Termine nach Anmeldung für Schulklassen und auch für Erwachsene und Familien, Laeiszhalle, Dammtorwall 46, Das Klingende Museum, Tel.: 040-357523-43, Infor-
mationen unter klingen-des-museum-hamburg.de
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