Weg frei für Mega-Park

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Der Blick vom Ericusgraben auf den Lohsepark nach seiner Fertigstellung. Die Grünanlage reicht auf der anderen Seite bis zum Baakenhafen Grafik: HafenCity GmbH/wb

Größte Grünfläche der HafenCity vier Jahre früher fertig?

Von Malte Betz
HafenCity. Die HafenCity wird schneller grün als erwartet. Die mit mehr als 40.000 Quadratmetern größte Grünanlage im Südosten der gesamten Innenstadt, der Lohsepark, kann vier Jahre früher fertiggestellt werden als ursprünglich angenommen.
Grund ist die vorzeitige Auflösung des Mietvertrags für eine gewaltige Industriehalle, die mitten auf dem geplanten Gelände steht. Das Papier garantierte dem Mieter des Gebäudes eine Nutzung bis Ende 2017 – unkündbar. Vor 2019 wäre der Park nicht fertig gewesen.
Doch nach intensiven Verhandlungen zwischen der HafenCity-Gesellschaft und dem Hallennutzer ist der Weg ins Grüne jetzt bereits frei. „Die 8.500 Quadratmeter große Lagerhalle kann in den kommenden Monaten abgerissen werden“, bestätigte André Stark, Pressesprecher der HafenCity GmbH dem WochenBlatt.
Der Lohsepark wird sich von der Ericusbrücke in Form eines rund 80 Meter breiten Streifens nach Süden bis zur Baakenhafenbrücke, neben die Hafencity-Uni erstrecken. Bereits im Frühling und im Sommer wurden die nördlichen und südlichen Enden des Parks fertiggestellt und mit Bäumen bepflanzt.

Bombensuche

Trotz des zeitnah geplantes Abrisses des Gebäudes muss mit der Bepflanzung des Mittelteils noch gewartet werden. „Die Geländeaufhöhungen sind wegen des weichen Bodens und der Bombardierung des Gebietes im Zweiten Weltkrieg nicht ohne vorbereitende Maßnahmen möglich“, erklärt Andreas Kosack, Ingenieur beim Grundbauingenieursbüro Steinfeld und Partner.
Die Bombensuche und die Erdarbeiten sollen rund ein Jahr dauern, sodass 2015 mit der abschließenden Pflanzung der dann insgesamt 500 Linden, Eichen, Hainbuchen sowie Apfel- und Kirschbäumen begonnen werden kann.
Das Besondere des Parks: Das Gelände wird terrassenförmig nach Süden abfallen und eine freie Sichtachse mit rund 400 Metern Länge bis auf das Wasser des Baakenhafens bieten. Außerdem sollen ein Gemeinschaftshaus und ein Café in der Grünlandschaft entstehen, die auf der Homepage der HafenCity-Gesellschaft auch als „Central-Park“ bezeichnet wird; das New Yorker Original ist allerdings 90 Mal größer.
Im Zuge der Parkgestaltung wird auch an die grauenvolle Geschichte des Hannoverschen Bahnhofs gedacht, der dort bis 1955 stand. Während der Nazi-Diktatur wurden von hier Tausende Juden, Roma und Sinti aus Hamburg in die Konzentrationslager deportiert.
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