Wenn die Mülldetektive kommen

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Wenn Jörg Möller und Michael von Rekowski (von rechts) Pappkartons gleich neben den Containern finden, dann werden sie tätig. Mit einem kleinen Taschenmesser schneidet Jörg Möller die Lieferadresse aus. Fotos: Grell

Ein „wild entsorgter“ Kühlschrank kann 1000 Euro kosten

St. Georg. Als es noch Sperrmüll in Hamburg gab, da der Anblick von alten Kühlschränken, ausrangierten Schreibtischen und Blumenvasen in den Straßen nichts Ungewöhnliches. Doch das ist lange her. Wer heute seinen Müll einfach irgendwo im Gebüsch entsorgt, macht sich strafbar. In vielen Fällen bleibt der illegale Müllentsorger allerdings unerkannt. Damit sich das ändert und Hamburg nicht erstickt im wild entsorgten Unrat gibt es seit 1995 die Mülldetektive.

Demonstration
in St. Georg

Die Mitarbeiter der SRH-Entsorgungsüberwachung ermitteln in Sachen Sauberkeit und lösen täglich kleine und auch große Fälle ordnungswidriger Abfallentsorgung. Jörn Möller (57) und Michael von Rekowski (53), sind zwei von den zurzeit fünf Mülldetektiven in der Stadt. Sie hatten jetzt ihren Einsatz in St. Georg, um ihre Arbeit im Stadtteil zu demonstrieren.
Seit über 30 Jahren arbeiten die beiden bei der Stadtreinigung und seit drei Jahren gehören sie nun zum Team der Mülldetektive. Ursache für die Gründung dieser Einheit waren Beschwerden des Fremdenverkehrsverbandes, des Einzelhandels sowie zahlreicher Bürger, die sich über den Müll aufgeregt hatten. Neben den fünf „Ermittlern“ im Außendienst sind zwei Sachbearbeiter zur Unterstützung eingesetzt.
Die Mülldetektive arbeiten dabei eng mit den Ordnungsämtern und der Polizei zusammen. Gibt es Fälle, die gemeldet werden, der Täter aber nicht auffindbar ist, kommen die Beamten mit detektivischen Fähigkeiten zum Einsatz. Sie nehmen die Beschwerden auf und kontrollieren das Gebiet. Mit Foto- und Filmmaterial wird der Beschwerde auf den Grund gegangen. Wer dann dabei erwischt wird, wie er seinen alten Computer ins Gebüsch wirft, eine Mülltüte, die nicht mehr in die Tonne passte, einfach im Park entsorgt oder eine „Schwarztonne“ besitzt, die nicht angemeldet wurde, der muss mit einem Bußgeld rechnen.
Die Höhe der Verwarnung hängt dann von der Härte des Falles ab. So kann eine weggeworfene Zigarettenschachtel bis zu 35 Euro, ein entsorgter Kühlschrank allerdings gleich satte 1000 Euro kosten.“
„Wir gehen natürlich nicht jeder kleinen Verdächtigung nach“, so Andree Möller aus der Abteilung für Kommunikation und Innovation der Stadtreinigung, „uns interessieren die ganz großen Fische“. Trotzdem sind die Mülldetektive für Hinweise dankbar. (kg)
Hotline „Saubere Stadt“ der Stadtreinigung Hamburg unter Tel.:2576-1111 oder im Ordnungsamt Hamburg-Mitte unter Tel.: 42854-4100
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