Wohnen gegen Live-Musik in Hamburg

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Violinist Camilo Arias (l.) und Cellist Anibal Perez musizieren fünf Stunden pro Woche mit Senioren – gegen ein günstiges Zimmer Foto: wb

Pilotprojekt: Studenten leben im Seniorenheim auf der Uhlenhorst

Hamburg. Am Standort Uhlenhorst startet der stationäre Pflegedienstleister Pflegen&Wohnen ein Pilotprojekt: Neben Senioren wohnen nun auch Musikstudenten in der Einrichtung und bringen mit Geige und Cello ganz neue Klänge ins Haus.
Dass man mit nicht einmal 30 Jahren im Altersheim landen könnte, das hatten sich Anibal Perez (28) und Camilo Arias (22) nicht träumen lassen. Doch als die beiden Musikstudenten aus Kolumbien nach Hamburg kamen, stellten sie sehr schnell fest, dass bezahlbarer Wohnraum an der Waterkant äußerst knapp ist. Da kam ihnen das Angebot von „Pflegen und Wohnen“ gerade recht. Der Deal: ein Zimmer im Altenheim gegen aktive Seniorenarbeit.
Bereits seit mehreren Jahren unterstützt „Pflegen und wohnen“ aktiv den Austausch zwischen Jung und Alt. So gab es bereits Kooperationen mit Kindertagesstätten, der HSV-Handballjugend und der Jugend-Gewaltpräventions-Organisation „Box-out“.
Perez und Arias sind die ersten beiden Studenten, die an dem Pilotprojekt teilnehmen und jetzt in der schicken Einrichtung Uhlenhorst an der Heinrich-Hertz-Straße wohnen. Die individuelle Beteiligung ist Teil ihres Mietvertrages. Der regelt, in welcher Form und zu welchen Zeiten sich die Studenten eigenverantwortlich in den Austausch mit den pflegebedürftigen Bewohnern einbringen. Die konkrete Umsetzung erfolgt nach persönlichen Interessen und lässt Raum für Flexibilität: Es wird miteinander musiziert, aktuelle Themen diskutiert, neueste Informationstechnik erläutert oder einfach Zeit miteinander verbracht und zugehört.
Fünf Stunden pro Woche musizieren der Cellist Perez und der Violinist Arias für und mit den pflegebedürftigen Menschen. Die große Anteilnahme überraschte die Musiker: „Bei der ersten gemeinsamen Chorstunde begannen viele Senioren sofort, alte Volkslieder zu singen, eine andere Bewohnerin wollte uns direkt am Klavier begleiten“, berichtet Camilo Arias.Auch über feste Termine hinaus soll sich ein enger Kontakt zwischen beiden Generationen entwickeln.
So treffen sie regelmäßig bei den Mahlzeiten aufeinander und haben dort die Möglichkeit, sich auszutauschen. „Ich freue mich darauf, von den Bewohnern zu lernen und zu erfahren, welche Erlebnisse sie in ihrem Leben gemacht haben“, freut sich Anibal Perez.
Ganz nebenbei lernen Jung und Alt sich auf diesem Wege besser kennen, bauen Verständnis und Wertschätzung für einander auf: „Eine Wirkung, von der in Zeiten des demographischen Wandels beide Generationen profitieren“, sagt Pflegen- und-Wohnen-Sprecherin Sofie Dittmer. (wb)
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