10 Jahre StützPunkt für Obdachlose

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Pröpstin Astrid Kleist (Hauptkirche St. Jacobi), Bettina Prott von der Hamburger Sozialbehörde, Michael Edele vom Hamburger Caritasverband und Citymanager Dietmar Hamm unterstützen die Initiative am Klosterwall Fotos: Grell

Ein Schließfach, ein Kaffee und ein bisschen Wärme für Menschen ohne Heim

Von Karen Grell
City. Das ist ein Anlass zum Feiern: Seit zehn Jahren gibt es in der Innenstadt den „StützPunkt“ für Obdachlose. Hier können obdachlose Frauen und Männer kostenlos ihr Gepäck in Schließfächern unterstellen und sanitäre Anlagen nutzen. Die Obdachlosen sind durch die Möglichkeit der Gepäcklagerung mobiler, können Termine bei Behörden besser wahrnehmen und sind im Alltag auf der Straße nicht durch zu schweres Tragen belastet. Wer in den StützPunkt kommt, der besitzt meist nur einen kleinen Rucksack, ein paar Plastiktüten oder einen Schlafsack und eine Isomatte. So wie auch Rosi S., die hauptsächlich in der Schanze und in Altona „Platte macht“ und es mit den Schließfächern ganz genau nimmt.

Wichtige Zwischenstation

„Kommt einer mal zwei Wochen gar nicht zu seinem Fach, muss es schon aus hygienischen Gründen geräumt werden“, erklärt die obdachlose Rosi. Schon seit sechs Jahren lebt die Mittzwanzigerin auf der Straße und nutzt nur noch selten die Möglichkeit, im Winter bei ihrer Mutter im Schwarzwald unterzukommen. „Ich bin lieber draußen“, überlegt Rosi S., wenn sie an das Winternotprogramm denkt. „Schwierig wird es in diesen Wintermonaten auf jedem Fall mit den Unterbringungen“, weiß auch Katrin Wollberg von der Einrichtung am Klosterwall, denn auch in diesem Jahr wird es wohl wieder doppelt so viele Anfragen nach Unterbringungen geben wie freie Plätze vorhanden sind. Der Stützpunkt ist somit zu einer der wichtigsten Zwischenstationen für Wohnungslose in der Stadt geworden, in der man sich aufwärmen und waschen kann und auch ein paar helfende Worte mitnehmen sollen. „Trotz Wohnungskrise haben durch die Hilfe der Mitarbeiter immerhin 133 Menschen eine Wohnung bekommen und 174 konnten in das Winternotprogramm vermittelt werden“, berichtet Katrin Wollberg die Erfolge der Institution, die dank eines neuen Sponsors auch im nächsten Jahr weitermachen kann. Etwa 30 obdachlose Männer und Frauen kommen täglich zum StützPunkt, trinken dort einen Kaffee, holen etwas von ihrem Gepäck ab oder bringen neues vorbei. Finanziert wird das Projekt, das um die 60.000 Euro kostet, durch die die Aktion „Ein Dach für Obdachlose“ und aus Mitteln der Hamburger Sozialbehörde.
Allerdings: Wenn die Hochhäuser am Klosterwall abgerissen werden, geht die Suche nach neuen Räumen los. Denn darin sind sich die Verantwortlichen einig: „Mit dem StützPunkt muss es weitergehen“ - um Menschen wie Rosi S. einen kleinen Schutzraum zu bieten.

StützPunkt, Klosterwall 4, montags bis sonnabends 7 bis 9 Uhr und 18.30 bis 20.30 Uhr, das Projekt ist eine Initiative des Runden Tisches St. Jacobi, ein Zusammenschluss von Kirchenvertretern, Geschäftsleuten in der Hamburger Innenstadt und sozialen Einrichtungen. Träger des StützPunktes ist der Hamburger Caritasverband
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