Banker hinterzieht Geld

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Für Unterschlagungen in Sparkassenfilialen in Rahlstedt und Uhlenhorst muss sich ein junger Banker vor dem Amtsgericht Wandsbek verantworten Symbolfoto: thinkstock

Florian N. wird „Veruntreuende Unterschlagung“ in mehreren Fällen vorgeworfen

Uhlenhorst/Rahlstedt Für Unterschlagungen, die er in Sparkassenfilialen in Rahlstedt und Uhlenhorst begangen haben soll, muss sich ein junger Banker vor dem Amtsgericht Wandsbek verantworten. „Veruntreuende Unterschlagung“ so der Vorwurf gegen Florian N. (29), der zuletzt stellvertretender Leiter einer Sparkassenfiliale am Hofweg war. Zuvor hatte er in der Niederlassung in der Meiendorfer Straße in Rahlstedt gearbeitet. In Rahlstedt soll er zwischen Februar 2010 und Januar 2013 fünf Unterschlagungen begangen haben. Dem Ehepaar Hans-Peter (80) und Sigrid S. (74) soll er bei fünf größeren Geldüberweisungen jeweils 10.000 Euro abgezogen und den Betrag von 50.000 Euro in bar an sich genommen haben. Florian N. bestreitet die Vorwürfe. Er behauptet, er habe dem Ehepaar bei jeder Überweisung 10.000 Euro in bar ausgezahlt. In seiner Tasche wäre kein Geld geflossen.
Der 80-jährige Kontoinhaber Hans-Peter S. erklärte vor Gericht, dass er dem jungen Banker blind vertraut habe. Es sei sicherlich dumm und blauäugig gewesen, dass er seine Konten nicht besser kontrolliert habe. Aufgefallen war die Sache, als das Ehepaar eine Wohnung kaufen wollte und deswegen sein Vermögen überprüfte.
In der Sparkasse am Hofweg, wohin Florian N. nach seiner Zeit in Rahlstedt gewechselt war, soll er außerdem eine Geldtasche unterschlagen haben, die der Geschäftsführer von Schumachers Biergarten verloren hatte.
Am 31. Januar 2014 hatte Florian N. die prallgefüllte Geldbörse als Fundsache entgegengenommen. Finderin war eine prominente Hamburger Geschäftsfrau. Der Angeklagte erklärte dazu: „Es war ein Tag, an dem wir viel Stress in der Sparkasse hatten. Die Frau brachte die Geldbörse. Ich nahm sie entgegen und schloss das Geld weg, ohne es zu zählen.“

Kuriose Geschichte


Eine Frau Meier wäre ein paar Tage später erschienen und hätte erklärt, dass ihr die Tasche gehöre. Er habe sie ihr ausgehändigt. Es seien rund 8.000 Euro in der Tasche gewesen. Frau Meier hinterließ eine Telefonnummer, unter der sie nicht zu erreichen war. Reza Z. (33), der Geschäftsführer des Biergartens am Stadtparksee, berichtete als Zeuge, dass er am 31. Januar eine Geldbörse mit 27.500 Euro vor seinem Auto im Hofweg verloren hätte. Er hatte das Geld kurz zuvor aus seinem Schließfach in der Bank entnommen. Selbst die Revisionsabteilung der Sparkasse nahm Florian N. die Geschichte mit „Frau Meier“ nicht ab und glaubte dem Geschäftsführer von Schumachers Biergarten. Reza Z. bekam 27.500 Euro von der Bank zurück. Die 2.500 Euro Finderlohn wurden von der prominenten Finderin an Initiativen weitergeleitet, die sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche unterstützen. Auch dem Ehepaar S. wurde der Schaden ersetzt. Der Prozess wird fortgesetzt. (je)
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