Hoch zu Ross durch den Stadtteil

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Hoch zu Ross haben Petra Stepputat, die Berittführerin und der Polizeikommissar Andreas Prüß den besseren ÜberblickFotos: Grell

Reiterstaffel der Polizei zeigt Präsenz in St. Georg

St.Georg. Klack, klack, klack. Ein ungewöhnliches Geräusch erregt die Neugier der St. Georger. Pferdehufe auf dem Kopfsteinpflaster? So etwas hört man hier im 21. Jahrhundert nicht mehr alle Tage.
Die Hufe gehören „Klondike“ und „Eragon“, die gerade gemächlich über den Hansaplatz schreiten. Die Hengste sind im Einsatz für Ordnung und Sicherheit – in den Sätteln sitzen Hauptkommissarin Petra
Stepputat und ihr Kollege, Kommissar Andreas Prüß.
Sie sind zwei der zwölf Beamten in der Reiterstaffel der Hamburger Polizei, die über insgesamt zehn Pferde verfügt. Gebraucht werden die Tiere vor allem bei Fußballspielen und Demonstrationen, aber auch um Präsenz zu zeigen. So wie an diesem Morgen in St. Georg. „Der Unterschied zu einem Einsatz zu Fuß oder im Streifenwagen ist das Auftreten der dominanten Pferde, die dennoch auch als Sympathieträger gesehen werden“, erklärt Berittführerin Stepputat.

Einblicke von oben

Passanten bleiben stehen, schauen fasziniert auf die Tiere und etwas verwundert auf die Ordnungshüter hoch zu Ross. „Wir haben von hier oben aus natürlich auch ganz andere Einblicke“, erläutert Petra Stepputat. So sind durch die Einsätze der Pferdestaffeln schon einige Fälle aufgedeckt worden, die ein Beamter zu Fuß vielleicht gar nicht bemerkt hätte. „Wir können auch in dunkle Ecken schauen.“ Direkt am Hansaplatz kommt es zu einem seltenen Zusammentreffen zwischen Falschparkern und Pferden. Geschickt lotsen die beiden Reiter eine Frau aus ihrer engen Parklücke, die im Halteverbot liegt. „Ich bin richtig ins Schwitzen gekommen“, bedankt sich die Fahrerin. Sie ist sichtlich beeindruckt von der Größe der Pferde. Doch nicht alle finden die „Sheriffs“ hoch zu Ross überzeugend: „Wir sind doch nicht in Texas“, schüttelt der Verkäufer eines Gemüseladens den Kopf.
Die Stadt hatte 1974 die letzte Reiterstaffel aus Kostengründen abgeschafft und dann vor drei Jahren doch festgestellt, dass die reitenden Polizisten in den Stadtteilen fehlten.
Die Reiterstaffel steht allen 28 Kommissariaten zur Verfügung. Klondike und Eragon haben schon Einsätze in der Schanze hinter sich, aber auch in Gorleben. Die scheuen Tiere werden für ihren Einsatz in der Stadt gut vorbereitet. Die Polizisten, die sich in die Sättel setzen, sollten eine gewisse Erfahrung mitbringen. Spitzenreiter müssen die Polizisten zu Pferde nicht sein, aber im Umgang mit den Tieren schon ein gewisses Talent haben. Nach drei Jahren Erfahrung ist für Stepputat und Prüß klar, dass die Reiterstaffel unersetzlich geworden ist. „Wenn Werder gegen HSV spielt, dann müssen wir schon mal dazwischen reiten“, lachen die Beamten und biegen vom Hansaplatz direkt in den Steindamm ab. (kg)
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