Schicksal der Kreuzkirche weiter ungewiss

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Pastor Gerhard Bothe warb dafür, die Kreuzkirche zu verkaufen Foto: fbt
 
Der Sonntagsgottesdienst war sehr gut besucht Foto: fbt
Hamburg: Merkenstraße 4 |

Gemeinde in Billstedt fordert Transparenz bei Verkaufsplänen für Gotteshaus

Von Frank Berno Timm
Billstedt
In der

Schiffbeker Kreuzkirche

fand am Sonntag erneut eine Gemeindeversammlung zum beabsichtigten Verkauf der Kirche und ihrer Nebengebäude statt. Insgesamt war das Bild uneinheitlich: Es gab sowohl Kritik an den Beschlüssen des Kirchengemeinderats als auch die Aufforderung, nicht an Räumen festzuhalten. Die Verhandlungen mit Kaufinteressenten sollen vom Kirchenkreis Hamburg-Ost geführt werden. Seit vergangenem Jahr werden Pläne diskutiert, die Kreuzkirche an der Billstedter Hauptstraße zusammen mit den beiden angrenzenden Gemeinden zu verkaufen (das Wochenblatt berichtete). Wunschkäufer wäre die aramäische Gemeinde, die ebenfalls an der Billstedter Hauptstraße ihren Sitz hat. Der bisherige Kirchengemeinderat hat entsprechende Beschlüsse gefasst, die nicht unumstritten sind. Sie sehen einen Verkauf bis Ende 2018 und die Einstellung regelmäßiger Sonntagsgottesdienste an der Billstedter Hauptstraße noch in diesem Jahr vor. Zu besonderen Anlässen sollen aber weiterhin Gottesdienste stattfinden. Am Sonntag wurden die Pläne diskutiert.

Gemeinde halbiert


Pastor Gerhard Bothe erklärte, der neu gewählte Kirchgemeinderat habe sich noch nicht mit den Verkaufsplänen befasst. Man habe die Ökumenebeauftragte der evangelischen Nordkirche gebeten, auf die Aramäer zuzugehen, der Kirchenkreis Hamburg-Ost habe angeboten, die Verhandlungen zu führen. Warum soll verkauft werden? Laut Bothe wird die Gemeinde deutlich kleiner, in seiner Amtszeit habe sich ihre Größe von 11.000 auf 5.000 verringert. Öjendorf und Schiffbek seien längst ein Stadtteil. Zwei Kirchen würden nicht benötigt, 95 Prozent der Aktivitäten fänden längst in der Jubilatekirche an der Merkenstraße statt. Bothes Kollegin Kirstin Faupel-Drevs sagte, man habe die Chance, mit dem Verkauf an die aramäische Gemeinde die Kirche zu erhalten. Christoph Bohlen, der dem Kirchengemeinderat angehört, erklärte, die Beschlüsse seien zu radikal und zu weitreichend. Propst Matthias Bohl wies darauf hin, dass die Kirchensteuereinnahmen sinken würden. In Billstedt gehörten bereits jetzt „deutlich unter 20 Prozent“ der Leute der evangelischen Kirche an. Der Kirchenkreis habe beschlossen, sich langfristig von einem Drittel der Gebäude zu trennen.

Künftige Nutzung der Kirche


Nach durchaus engagierter, aber nicht allzu kontroverser Debatte der Versammlungsrunde wurden einige Beschlüsse gefasst, zu denen sich der Kirchengemeinderat laut Propst Matthias Bohl innerhalb von drei Monaten äußern muss. Aus Mitgliedern des Kirchgemeinderats und der Gemeinde soll eine Gruppe gebildet werden, die Überlegungen zur weiteren Nutzung der Kirche anstellen soll. Außerdem soll sich das Leitungsgremium mit einem Papier befassen, das einen Erhalt der Kirche und Wohnungsneubauten auf den Nachbargrundstücken vorsieht – auch von einem Alten- und Seniorenzentrum war die Rede. Schließlich soll der Kirchengemeinderat gegenüber der Gemeinde Transparenz herstellen. Die Idee, das Wohnhaus Pastor Gerhard Bothes in die Überlegungen mit einzubeziehen und es möglicherweise zu verkaufen, fand allerdings keine Mehrheit.

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