Wirbel um „The Yard“ in Uhlenhorst

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Arbeiter haben den Kran und alle Baucontainer abgebaut. Alles deutet auf einen längeren Baustopp hin Foto: mdt
Hamburg: Schenkendorfstraße 28 |

Erteilte Hamburger Behörde falsche Baugenehmigung? Gerichtsbeschluss setzt Bezirk unter Druck

Von Marco Dittmer
Uhlenhorst/Winterhude

Das Luxuswohnprojekt „The Yard“ in Uhlenhorst droht zum Fiasko für den Bezirk Hamburg Nord zu werden. Das Hamburger Oberverwaltungsgericht (OVG) stoppte bereits die Bauarbeiten. Die Richter werden in ihrem Beschluss sehr deutlich. Die Baugenehmigung hätte so nie erteilt werden dürfen.

Baukran abgebaut


Nach dem Baustopp von Luxuswohnungen an der Schenkendorfstraße deutet vieles auf eine längere Pause der Bauarbeiten oder sogar auf einen Abbruch hin. In der vergangenen Woche wurden bereits der Kran und alle Baucontainer von der Baustelle entfernt. Damit reagiert die Antaris Unternehmensgruppe aus Hamburg, die Bauherr für den Uhlenhorster Wohnungsneubau ist, offenbar auf das seit Monaten andauernde Widerspruchsverfahren (das Wochenblatt berichtete) in der Bezirksverwaltung und den jüngsten Beschluss des Hamburger Oberverwaltungsgerichtes (liegt der Redaktion vor).

Behörde unter Druck


Unter Druck steht nun die Bezirksverwaltung. Deren Bauabteilung hat im Februar 2016 in einem „vereinfachten Verfahren“ dem Bauherren die Baugenehmigung erteilt. Zu Unrecht, wie nun drei Berufsrichter des Oberverwaltungsgerichtes urteilten. In einem vereinfachten Verfahren werden beispielsweise keine denkmalschutzrechtlichen Punkte geprüft. Der Bauherr muss diese im Nachgang mit den Behörden abstimmen. Ziel ist, die Verfahren für Baugenehmigungen zu beschleunigen.
Der Bezirk muss in dem aktuellen Verfahren entscheiden, ob er den Widerspruch der Nachbarn ablehnt, die Baugenehmigung abändert oder gar ganz aufhebt. Jede dieser Optionen birgt Gefahren. Lehnt die Verwaltung den Widerspruch der Nachbarn ab oder wird die Baugenehmigung abgeändert, haben die Nachbarn die Möglichkeit vor einem Zivilgericht gegen den Bau zu klagen. Mit dem ausführlich begründeten Beschluss des OVG räumen ihnen Juristen gute Chancen ein. Demnach sei für das Areal in Uhlenhorst der Durchführungsplan D 288 gültig und der verbietet die überirdische Bebauung des Innenhofes mit Wohnungen. Der Bezirk nimmt aber an, dass der Plan veraltet und nicht mehr wirksam ist. Doch auch für diesen Fall schlossen die Richter eine Bebauung aus.

Folgt die Verwaltung aber dem OVG und zieht die Baugenehmigung wieder zurück, käme das einem mittleren Beben in der Verwaltung gleich. Die Bauarbeiten waren bereits weit vorangeschritten, die 33 Eigentumswohnungen wurden ebenfalls vermarktet, kurz: der Bauherr hat schon sehr viel Geld investiert. An der Schenkendorfstraße 28 sollten insgesamt 33 Eigentumswohnungen und 15 Mietwohnungen mit hochwertiger Ausstattung entstehen. Die Bewohner sollten ursprünglich Anfang 2018 einziehen.

Lesen Sie auch: Nachbarn stoppen Luxusbau in Winterhude
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3 Kommentare
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Walter Tegeder aus Uhlenhorst | 24.05.2017 | 14:54  
6
Michael Prom aus Uhlenhorst | 22.06.2017 | 15:12  
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Uhlenhorster Freund aus Uhlenhorst | 22.06.2017 | 22:52  
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