Eine Villa mit vielen Gesichtern

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Alfred Karwacki erinnert sich noch gut an seine Schulzeit in der „Villa“.Foto: Grell

Erinnerungen an eine 100-jährige Geschichte

Bramfeld. Die alte Villa am Bramfelder Dorfplatz wird im Oktober genau 100 Jahre alt. Mit einem Aufruf im Hamburger WochenBlatt suchte das Ehepaar Diamanti, das immerhin auch schon seit 26 Jahren vor Ort ist, nach Ehemaligen, die sich an alte Zeiten in der Villa erinnern. Im Krieg als Lazarett genutzt, bis in die 70er Jahre als Standesamt und danach als Unterbringung einiger Klassen einer Volksschule, hat das alte Haus am Dorfplatz viel durchlebt. Danach stand es leer. Fast zehn Jahre lang. Ein vorrübergehender Mieter schaffte es nicht, ein Geschäft aufzubauen und schließlich wurde komplett saniert und die Familie Diamanti zog dort ein. Der ehemalige Dorfcharakter ist natürlich längst dem Großstadtflair gewichen, doch ein paar Bramfelder haben sich noch auf den Aufruf gemeldet und aus alten Zeiten berichtet. Alfred Karwacki hat die Villa erlebt, bevor sie zum Restaurant wurde.
Alfred Karwacki ist genau neun Wochen lang in der Villa am Dorfplatz zur Schule gegangen. Das war Anfang der 60er Jahre.
Eigentlich lag die Schule in einem Nebengebäude, doch nicht alle Klassen konnten aus Platzgründen dort untergebracht werden. Alfred war damals elf Jahre alt und nur für diese kurze Zeit in Bramfeld, weil seine Mutter erkrankt war und er vorrübergehend ins Kinderheim musste. Der Barmbeker erinnert sich noch gut an diese Phase in seinem Leben. Die Lehrerin, die sei sehr nett gewesen, nur der Schulleiter, „der war schrecklich“. Alfred Karwacki erinnert sich auch an den Leerstand des Hauses und die Straßenbahn, die direkt über den Dorfplatz fuhr. Fünf Bauern hat es damals gegeben, viele Felder und mittendrin die Villa, die zu einem zentralen Ort in Bramfeld wurde. Gearbeitet hat der heutige Rentner dann viele Jahre bei einem Busunternehmen am Ort und konnte so das alte Gebäude Jahrzehnte lang beim Vorrüberfahren beobachten. „Zum Jubiläumsfest komme ich auf jedem Fall“, da ist sich Alfred Karwacki schon ganz sicher. Mit den Ehemaligen will er dann an einem Tisch zusammensitzen und bestimmt wird es viele alte Geschichten geben. (kg)
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