Bücher zu Brücken machen

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Jurij Belakovski sorgt gemeinsam mit dem Verein Hamburger Literarische Vereinigung Quelle e.V. für Völkerverständigung und freut sich über Unterstützung. Foto: Sobersko

Kindheitserinnerungen sollen veröffentlicht werden

Bramfeld. Dass Lieder Brücken sein können, wurde vielfach besungen. Dass aber auch Geschichten, Gedichte und persönliche aufgeschriebene Erinnerungen Brücken schlagen können, dass möchte jetzt gerne die Hamburger literarische Vereinigung Quelle e.V. zeigen. Der literarische Kreis, der sich aus deutsch- und russischsprachigen Mitgliedern zusammensetzt, plant ein Buch herauszugeben, in dem deutsche und russische Kindheitserinnerungen aus dem Krieg beschrieben werden. Dass besondere: Die Erinnerungen werden auch in die jeweils andere Sprache übersetzt. „Wir glauben, dass die Kinder in beiden Ländern gleichermaßen unter dem Krieg gelitten haben. Wir möchten einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten, indem wir zeigen, dass es keinen Unterschied macht, auf welcher Seite der Front die Kinder aufwuchsen. Das Leid war überall gleich“, so Jurij Belakovski, Mitinitiator des Projekts und Mitglied der literarischen Vereinigung. 32 Mitglieder umfasst der Verein, ungefähr zehn davon arbeiten an diesem speziellen Projekt mit. Zurzeit noch alle ehrenamtlich, worüber Jurij Belakovski sich zwar freut; es betrübt ihn jedoch insbesondere den Übersetzern nichts bezahlen zu können. Ein russischer Lehrer unterstützt in diesem Bereich die Gruppe. Als Herausgeber von literarischen Sammelbänden hat der Verein bereits Erfahrung. Immer wieder gab es Publikationen zu bestimmten Gedenktagen zum Zweiten Weltkrieg. Doch meist sind die Bände auf Russisch erschienen und behandelten auch vornehmlich die russischen Themen und Sichtweisen. „Wir haben gedacht, es ist nicht gut, immer nur einseitig zur Veröffentlichen. Wir wollten einmal beide Seiten zu Wort kommen lassen, daher die Idee zu diesem Buch“, erklärt der Wirtschaftsingenieur, der seit zwölf Jahren in Bramfeld lebt. Nun ist er auf der Suche nach noch mehr Kindheitserinnerungen, auf Deutsch, wie auf Russisch. Diese können ihm gerne per email zugesandt werden. Wer kein Internet hat, der kann sich auch telefonisch bei Jurij Belakovski melden. Neben noch mehr aufgeschriebenen Erinnerungen würde sich die Hamburger Vereinigung Quelle e.v. ganz besonders über engagierte Sponsoren freuen, die diese Form der Völkerverständigung unterstützen möchten. Ihr Traum: Das Buch in größerer Auflage in gebundener Form herauszugeben. Da Bramfeld ein Stadtteil mit Herz für gute Ideen ist, stehen ihre Chancen vielleicht gar nicht mal schlecht. (ts)

Kontakt: Jurij Belakovski, jbelak@mail.ru, Tel.: 640 73 19.
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