Happy und kreativ in Rahlstedt

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Die drei Künstler (v.l.): Giancarlo Oriano, Ursu Unbehaun, Otto Beckmann Foto: Peter Münder/pi

Drei Künstler im Atelier

Von Peter Münder
Rahlstedt. Ein Besuch bei den drei Rahlstedter Künstlern Ursu Unbehaun, Giancarlo Oriani und Otto Beckmann Von Peter Münder
Die Sieker Landstraße ist zwar nicht der Pariser Künstler-Olymp Mont Parnasse, aber die drei Künstler Ursu Unbehaun , Giancarlo Oriani und Otto Beckmann, die hier in den ehemaligen Kasernengebäuden oben unterm Dach ihre riesigen Ateliers haben, fühlen sich pudelwohl in diesem Umfeld: Platz ohne Ende (jedes Atelier ist ca. 150 Quadratmeter groß), herrliche Ruhe und vor allem wunderbares Licht- was will man mehr? Sie haben sich auf unterschiedliche Genres und Techniken kapriziert, ergänzen sich gut und verstehen sich prächtig. Ursu Unbehaun bereitet gerade das Modell für die Metall-Skulptur „Die Rahlstedter“ vor, die im September an der neuen Mehrzweckhalle des Gymnasiums Rahlstedt errichtet werden soll. Es ist eine vierköpfige Familie, die unterwegs zu sein scheint oder gerade aufbricht- zum Ausflug oder zu Aldi? „Das zu beurteilen bleibt jedem Betrachter überlassen“, erklärt sie, „es ist jedenfalls ein unternehmungslustiges Elternpaar mit zwei Kindern“. Ihr Modell hat sie auf einem langen Tisch platziert, die bunten, leicht verwischten Farben evozieren einen sehr dynamischen Eindruck. Alle drei Künstler haben internationale Erfahrung, Ausstellungen in Italien, der Türkei oder in Dänemark gehabt, sie erhielten Stipendien und haben- wie etwa Ursu Unbehaun- Werke fabriziert, die in bekannten Institutionen oder bedeutenden Gebäuden (Villa Romana, Florenz, Arbeitsministerium, Bonn) zu sehen sind. Während Ursu Unbehaun figürlich malt, Landschaftsbilder in englischer Tinte fabriziert und auch abstrakte Motive darstellt, ist der experimentierfreudige Giancarlo Oriani, den es 1964 von Mailand nach Hamburg verschlug, auf skurrile Installationen und auf Motive mit Überraschungseffekten kapriziert. So hat er etwa das Ziffernblatt einer Uhr mit hellen und schwarzen Nudeln dekoriert, einen Motorroller-Motor mit hübsch geschwungenem Auspuff zu einer Skulptur („Trombetiere“)geformt, die den Readymade-Meister Duchamps entzückt hätte. Oder er malt aus Zeitungspapier gebastelte Schiffchen auf hohen Wellenkämmen - „Nachrichtenflut“ nennt er das Bild. Äußerst originell sind auch die Arbeiten von Otto Beckmann, doch seine Radierungen oder Holzschnitte zeigen eher besinnliche Landschaftsmotive, ein kleines Ruderboot im Schilf oder- ein wirklich einmaliges, denkwürdiges Motiv- den Stauplan eines alten Sklavenschiffs aus der Vogelperspektive. Fazit dieses kurzen, aber sehr anregenden Atelierbesuchs: Rahlstedt ist voller Überraschungen und hat auch anspruchsvollen Künstlern einiges zu bieten!
(Der Autor ist Mitglied im Verein KulturWerk Rahlstedt. www.kulturwerk-rahlstedt.de)
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