400 Liter Saft beim zweiten Berner Apfelfest

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Gartenstadt-Vorstand Sönke Witt (l.), Helferin Wiebke Blume und Ulrich Kubina Foto: tel

Die Idee der Selbstversorgung ist wieder im Kommen

Berne Der Vorplatz des Berner Schlosses verwandelte sich in einen Obstmarkt. Überall Kisten voller Äpfel. Mittendrin ratterte und schlürfte die 90.000-Euro-Saftpresse von Apfelfan Ulrich Kubina (64). Alle paar Minuten traf wieder ein Hobbygärtner mit einer weiteren Ladung Äpfeln aus eigener Ernte ein. Eingeladen hatte zum zweiten Mal die „Gartenstadt Hamburg e.G.“. Vorstand Sönke Witt: „Hier können unsere Genossenschaftler ihre Äpfel vermosten. Wir wollen damit die Wertschätzung für das Obst fördern. Es wäre doch schade, wenn die Äpfel ungenutzt an den Bäumen verfaulen.“
Die Idee der Selbstversorgung, die beim Bau der Siedlung Berne vor fast 100 Jahren noch die Gartengestaltung bestimmte, ist wieder im Kommen, weiß Kubina. Und die Pflege alter Apfelsorten. „Aus einem Kilo Äpfel gewinnt man etwa 0,6 bis 0,7 Liter Apfelsaft“, berichtete der Apfelexperte, der die Bundesgeschäftsstelle des Pomologen-Vereins (schützt alte Obstsorten) führt und Mitveranstalter der „Norddeutschen Apfeltage“ auf dem Gut Karlshöhe ist. Gartenstadt-Chef Witt kaufte zusätzlich noch eine halbe Tonne Mostäpfel – das sind die, die nach EU-Agrarnorm nicht in den Handel gelangen dürfen. „Den Saft spenden wir den Flüchtlingen in Farmsen“, berichtete Witt. Das geht durchaus, denn der professionell hergestellte Apfelsaft bleibt, luftdicht verpackt in Plastiktüten, bis zu einem Jahr lang haltbar. 4,1 Tonnen Äpfel wurden gepresst. Rund 400 Liter Apfelsaft werden an Flüchtlinge weitergegeben. Vermoster Kubina ist am kommenden Sonnabend bei der „Aktion Bürgerapfel“ an der Schule Bekassinenau. (tel)
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