Abgetaucht: Frühjahrsputz in der Alster

Anzeige
Ein Einkaufswagen wird aus der Alster gezogen Fotos: MDR
Hamburg: Kennedybrücke |

Anker, Einkaufswagen, Fahrräder: Die Stadtreinigung machte heute die Alster sauber. Was die Taucher fanden und wo sie nicht waren

Von Marco Dittmer
Hamburg
Auf Tauchstation gingen am Mittwoch 14 Taucher der Polizei, Feuerwehr und des DLRG mit einem ungewöhnlichen Auftrag. Werden die Spezialkräfte in der Regel nur in echten Notfällen gerufen, durften sie am Mittwoch im Auftrag der Stadtreinigung die Alster reinigen. Innensenator Andy Grote gab nahe der Kennedybrücke den Befehl zum Abtauchen.

Alsterreinigung: Stadtreinigung räumt auf


Dass die wasserdichte Putzkolonne mehr als eine PR-Aktion ist, zeigt sich nach nur wenigen Minuten. Schon nach wenige Schritten unter Wasser stoßen die Taucher auf ein riesiges, sperriges Objekt. Ein großer Einkaufswagen aus einem Baumarkt wird mit Hilfe von drei Männern der Stadtreinigung an Lang gezogen. Auch die anderen Taucher haben Erfolg. Nahe der Kennedybrücke werden Fahrräder, Einkaufswagen, Anker, Pfannen und noch mehr Schrott an Land gebracht.

Sichtweite 30 Zentimeter


Überzogen mit Schlamm, Algen und Muscheln sehen die Gegenstände aus, als ob die Alster ihr natürlicher Lebensraum wäre. Nun kriechen kleinste Wassertierchen aus ihnen. "Wir werden den Schrott im Anschluss sortieren und entsorgen", sagt Reinhard Fiedler, Sprecher der Hamburger Stadtreinigung. Was für die Stadtreinigung eine jährliche Putzaktion im Rahmen "Hamburg räumt auf" ist, ist für die Taucher harte Arbeit. Die Alster hat in der letzten Märzwoche gerade acht Grad und ist etwas mehr als drei Meter tief. Die Sicht beträgt rund 30 Zentimeter. "Es kommt mehr auf den Tastsinn der Taucher an", sagt Matthias Voutta. Der 41-Jährige ist Tauchgruppenführer der Hamburger Feuerwehr. "Die Luft reicht für rund 45 Minuten", so Voutta.

Abtauchen in der Alster: Keine Verbindung zum Alstermord


An der gleichen Stelle wurden vor Wochen an der Kennedybrücke ein Jugendlicher erstochen. Laut Stadtreinigung hat die Putzaktion aber nichts mit den Verbrechen zu tun. "Wir planen das schon sehr lange. Das Umfeld von Brücken ist oft stark verschmutzt. Deshalb sind wir heute hier", so Reinhard Fiedler.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige