Ärger über neuen Belag

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An diesem neuen Belag der Gehwege in der Kelloggstraße scheiden sich die Geister Foto: Zeidler

Kelloggstraße: Anwohner sauer über Gehweg-Sanierung

Von Rainer Glitz
Hamburg. „Wenn Behörden unsere Straßen und Gehwege verkommen lassen durch Nichtstun ist das schlimm. Noch schlimmer ist es, wenn Behörden tätig werden und dabei vorsätzlich funktionierende Wege zerstören“, ärgert sich Ulrich Zeidler, Anwohner der Kelloggstraße.
Dort werden derzeit die Gehwege saniert – sehr zum Verdruss der Nachbarn in Jenfeld. „Wie man auf die Idee kommen kann, eine feste Gehwegpflasterung an zahlreichen Stellen durch schlichten losen Dreck zu ersetzen bleibt ein Rätsel“, sagt Zeidler. Die Begründung der Behörden, das Pflaster werde ständig durch Baumwurzeln angehoben und sei daher nicht sinnvoll, hält er für blanken Unsinn.
Die mit einer Schüttung sanierten Stellen befinden sich außerdem gar nicht im direkten Bereich der Bäume, sagt Anwohner Zeidler. Sie seien vielmehr wahllos über die Gehwege verteilt. Dies führt zu einem vollkommen verwahrlosten Eindruck der Kelloggstraße. Bereits nach wenigen Tagen sei die Schüttung aufgebrochen, bei Regenwetter verwandle sie sich in einen zähen Matsch.
Die Kritik der Anwohner wurde bereits in der Arbeitsgruppe „Wohnen & Verkehr“ des Stadtteilrates Jenfeld zur Sprache gebracht. Dort wurde beschlossen, ein offizielles Schreiben an die Behörde zu schicken und den zuständigen Beamten zu einem Gespräch zu laden.
Die Anwohner fordern, die Gehwege wieder zu pflastern. Sie haben bereits eine Unterschriftensammlung organisiert. Auf der Stadtteilkonferenz am kommenden Montag steht das Thema auf der Tagesordnung.
„Die Wurzeln der Bäume haben im Laufe der Jahre den Mix aus Asphaltflächen und Betonpflaster bereichsweise so stark angehoben, dass die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben war“, sagt dagegen Lena Voß, Sprecherin des Bezirksamtes Wandsbek. Die Gefahr des Stolperns und damit womöglich einhergehenden Verletzungen sei unübersehbar gewesen. Das Bezirksamt habe daher entschieden, das Pflaster in den fraglichen Bereichen zu entfernen und durch Glensanda, ein natürliches Mineralgemisch, zu ersetzen.
„Die Alternativen dazu wären das Fällen der Bäume und Roden der Stubben oder den Gehweg deutlich höher über den Wurzelbereich zu legen“, erläutert Voß. Die erste Maßnahme scheide von vornherein aus. Die zweite Alternative habe das Bezirksamt aus Kostengründen verworfen. Der Einsatz von Glensanda sei üblich und in ganz Hamburg ein probates Mittel gegen Wurzelaufbrüche, so Voß. Viele Gehwege würden von vornherein damit gebaut.
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